Dies ist die Fortsetzung der Beschreibung der Familien-Transalp mit Kindern von Garmisch nach Lana – Teil 1.

Etappe 4: von Pfunds nach Mals

Daten:
46,81 km   12,2 km/h   3:50:21 h   41,6 km/h   823 hm

Orte:
Pfunds – Martina – Norberthöhe – Nauders – Reschenpass – Mals

Übernachtung:
Garni Sonne >> booking.com*

Nach einem üppigen und grandiosen Frühstück ging es an die höhenmetertechnische Königsetappe der Familien-Transalp mit unseren Kindern. Am Anfang ging es bis nach Altfinstermünz gemütlich auf dem naturbelassenen Radweg. Dann mussten wir leider auf die Straße. Ich hatte mich gegen den direkten Weg nach Nauders entschieden und lieber einen kleinen Umweg über die Norberthöhe in Kauf genommen, um den vielen Verkehr zu entgehen.

Die Straße bis nach Martina ging überaschenderweise bergab … damit hatte ich nicht gerechnet. Zur allgemeinen Truppenbespaßung flog ein Helikopter in gekonnten (und in meinen Augen gewagten) Manövern einzelne Bäume aus dem Hang in die Schlucht. Das war schonmal ne Ansage. Ab Martina hieß es ruhig Blut bewahren und mit ruhigem Tritt die 400 Höhenmeter anzugehen. Nun schleicht man da ja eine ganze Weile so vor sich hin. Damit die Kinder nicht verödeten, denn die Gefahr bestand, nutzte ich das Datenvolumen, schmiss das Telefon in die Seitentasche und ließ die Musik uns anfeuern. Und so schlichen wir laut singend gen Norberthöhe.

Ach was hatte ich vorher Bedenken … und nun gabs keine Probleme … Toll!!! Was für eine starke Leistung von allen Frauenzimmern!

Passfoto. Abfahrt. Nauders. Einkauf. Spielplatz. Mittagssnack.

Und dann wurde es doch noch mal anstrengend. Irgendwie war mir das noch in Erinnerung, dass das bis zum Reschenpass bzw. -see irgendwie zäh war. Und Potzblitz, es wurde zäh. Wie Kaugummi fuhr sich die Strecke – kein Vergleich zur Norberthöhe. Na wenigstens hatten wirs irgendwann dann auch mal geschafft und rasteten am Reschensee. Der Uferradweg auf der rechten (also südlichen) Seite, beeindruckte mit ordentlichem Auf und Ab. Uns so sammelten wir auf dem kurzen Stück (an einem Ufer!) über 100 Höhenmeter. Aber es fuhr sich wieder gut und machte Spaß.

Ganz schelmisch winkte uns dann der Ortler mit seiner weißen Kappe zu. Die Abfahrt nach Mals ging flott vonstatten, sodass wir bereits am frühen Nachmittag die Etappe fertig hatten. In der Pension bekamen wir das Familienzimmer – ein mit vielen alten Möbeln bestücktes Zimmer. Wie wir später im Gespräch erfuhren, war das der Stolz des Besitzers. Eine Dame konnte das beim besten Willen nicht verstehen. Nach dem Abendessen entspannten wir noch lange auf der Pensionsterasse beim Spiel und Geschnatter.

kurzer Blick zurück nach Nauders
kurzer Blick zurück nach Nauders
kleine Pause auf der Familien-Transalp am Reschensee
kleine Pause am Reschensee

Etappe 5: von Mals nach Lana

Daten:
70,10 km   16,4 km/h   4:15:59 h   41,7 km/h   176 hm

Orte:
Mals – Prad – Laas – Latsch – Naturns – Algund – Marling – Lana

Übernachtung:
Günzelgut >> booking.com*

Finale der Familien-Transalp mit Kindern 🙂

Es stand zwar die längste Etappe der ganzen Tour auf dem Programm. Aufgrund des stetigen Gefälles durch das Vinschgau, erwarteten wir wenige Probleme. Und so radelten wir ganz entspannt von Ortschaft zu Ortschaft, immer entlang unzähliger Apfelplantagen. Kurz hinter Laas kommt ein Schotterpistenabschnitt durch eine Schlucht. Wir freuten uns da auf einen kleinen Fischteich, an dem wir im Vorjahr bereits vorbei gefahren, aber Aufgrund der Menschenmenge nicht eingekehrt waren. Das holten wir nun nach. Es war noch sehr leer und daher entspannend. Und so schmeckt der Cappuccino und das Eis natürlich doppelt so gut.

Der Radweg bleibt danach noch für kurze Zeit ganz hübsch, aber lässt dann hinten raus, Richtung Naturns, kräftig nach. Hier fährt man ewig schnurgerade Pisten entlang des Etschs. Nein, dass machte wenig Spaß. Und dann rumpelte es vor uns gewaltig und die ersten Blitze zuckten. Das Regenradar empfahl einen Stopp, denn der Wind war auf unserer Seite. Es gibt schlimmeres als eine Pause und so musste ich leider einen Kaiserschmarrn essen…

Das Wetter hatte sich echt schnell wieder eingekriegt und so ging es bis hinab nach Algund. Hier bekommt man einen fantastischen Panoramaausblick auf Meran und die Umgebung geboten. Die Überfahrt über Forst und Marling nach Lana wurde dann Aufgrund der immer weiter steigenden Temperaturen nochmal anstrengend. Vor allem die letzten Kilometer, so kurz vor Schluß, ließen wieder das Kaugummigefühl aufkommen. Aber alle bissen die Zähne zusammen und so erreichten wir unser Ziel.

Man, was war (und bin) ich doch stolz auf alle drei Mädels. Jeder für sich hat da eine ganz starke Leistung gebracht. Die große Tochter ist alles allein gefahren und hatte scheinbar immer Reserven im Ärmel – Gratulation! Die kleine Tochter wurde zwar mit Hilfe des FollowMe einen Teil der Strecke gezogen, aber die selbstgefahrene Strecke lag deutlich über dem von mir Erwarteten – ebenfalls Gratulation! Und für uns Eltern war es zwar Aufgrund des ganzen Gepäcks sehr anstrengend, aber es ist eine tolle Erfahrung sich so durch die Tage zu bewegen.

Loss ihr Familien, macht Euch auf die Socken zu einer Familien-Transalp zusammen mit den Kindern – es ist einfach wunderbar zusammen!

der Radweg an der Etsch ist durchgehend gut ausgebaut
der Radweg an der Etsch ist durchgehend gut ausgebaut
endlich können wir die italienische Küche auf dem letzten Metern der Familien-Transalp genießen
endlich können wir die italienische Küche genießen

Auto holen: von Lana nach Nassereith

Daten:
152,41 km   17,8 km/h   8:32:29 h   66,5 km/h   2.817 hm

Orte:
Lana – Meran – St. Leonhard in Passeier – Timmelsjoch – Sölden – Oetz – Imst – Nassereith

Es ist 5 Uhr am Morgen und ich machte mich nun auf die Socken unser Auto zum Quartier in Lana zu holen. Denn das gute Stück stand ja noch in Garmisch-Partenkirchen und wollte auch endlich mal nach Südtirol. Beim Start war es noch tüchtig Dunkel, was aber nicht weiter schlimm war, legte ich doch die ersten 30 km auf dem idyllischen und ruhigen Passeiertahlradweg zurück. Immer wieder die Passeier kreuzend, fährt man auf Schotter stetig bergan.

Ab St. Leonhard in Passeier musste ich nun leider den Untergrund wechseln. Von nun an musste ich bis hinauf aufs Timmelsjoch Asphalt treten. Ich kannte zwar einen parallel zur Straße verlaufenden Weg, aber bei dem geplanten Tagespensum wollte ich lieber zügig hinauf. Und das war auch keine schlechte Idee. Denn ab Moss war die Timmelsjochstraße nahezu menschenleer. Und so konnte ich in einer herrlichen Stille den Pass erklimmen. Immerhin war von Meran aus betrachtet, eine Höhendifferenz von über 2200 Höhenmeter zu bewältigen. Nach knapp 60 km und etwas über vier Stunden Fahrzeit erreichte ich die ordentlich frischliche Passhöhe.

Schnell gings auf der anderen Seite bergab. Leider wusste ich ja bereits von den kleinen Zwischenanstieg Richtung Grenze … das Ding macht echt keinen Spaß. Dafür ging es darauf folgend, in windeseile hinab nach Sölden. Sölden im Sommer ist eine wahrliche Katastrophe. Nein, ich mag das nicht. Beton, Beton, Lifte, Beton, tausend Menschen, Beton … nein, das mag ich nicht! Aber den Kaffee beim Bäcker mochte ich. Und ich legte da eine recht lange Pause ein, denn der Anstieg aufs Timmelsjoch war doch nicht spurlos an mir vorüber gegangen.

Die weitere Abfahrt durchs Ötztal war teilweise echt herrlich. Ich versuchte immer den Radweg oder abgelegene Straßen zu nutzen, was sehr gut klappte und bei dem Wetterchen einfach fantastisch war. Ab Habichen wechselte ich aber auf die Bundesstraße um etwas zügiger vorwärts zu kommen. Während einer Pause beim lokalen Getränkemarkt im Ötztal Bahnhof versuchte ich mir zu überlegen, wie ich die weitere Fahrt etwas beschleunigen könnte. Der Zug von hier, kam erst in über einer Stunde und eine Reservierung war mit Fahrrad nicht möglich. Aus dem Busfahrplan wurde ich auch nicht schlauer.

Also erstmal weiter mit dem Rad. Ich folgte auf bekannten Wegen der zweiten Etappe dem Intallradweg bis Bahnhof Imst und dann bergwärts hinein nach Imst. Auch hier fand ich keine Busanbindung, also weiter. Einen wunderschönen Waldweg ging es nun bis kurz vor Nassereith. Bei einem Bäcker und dem Auffrischen der Speicher studierte ich die Alternativen. Über den Fernpass rüber und dann noch weiter bis nach Garmisch hätte mich bestimmt noch zwei bis drei Stunden gekostet. Das war mir zu lang, denn ich wollte ja noch mit dem Auto zurück nach Lana.

Also nochmals das Mobiltelefon gequält und da fand ich doch tatsächlich eine Verbindung mit erst Bus und später Bahn. Sehr schön. Und es klappte fantastisch. Nur die Klimaanlagen waren bei den sommerlichen Temperaturen viel zu kalt eingestellt und so holte ich mir in den wenigen Minuten eine wunderschöne Schnupfnase für den Rest des Urlaubs … na, schönen Dank auch!

die lange und menschenleere Passstraße zum Timmelsjoch musste zum Ende der Familien-Transalp noch einmal befahren werden
die lange und menschenleere Passstraße zum Timmelsjoch
Stillleben: Reiserad
Stillleben: Reiserad

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