Bei einer Mehrtagestour kommt man um das Thema Übernachten nicht drumrum. Der organisatorisch einfachste Weg ist natürlich, all seinen Krempel mitzuführen und nur nach einem passenden Plätzchen Ausschau zu halten. Wer lieber ein festes Dach übern Kopf haben möchte und auf den Kompfort eines echten Bettes steht, dem gebe ich in diesem Kapitel gern meine Erfahrungen rund um Übernachtungen & Pensionen weiter.
Bei den Links, welche mit einem Stern (*) gekennzeichnet sind, handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Verwendest du nun diesen Link und schließt dann z. B. einen Vertrag ab oder führst einen Kauf durch, so erhalte ich eine (kleine) Provision vom Anbieter. Für dich entstehen keine Nachteile beim Kauf, Vertrag oder Preis. Mir hilft es, die Kosten für den Betrieb der Website zu decken.
Übernachtungsarten im Überblick
Grundsätzlich gibt es auf Radreisen viele Möglichkeiten, die Nacht zu verbringen – je nach Budget, Route und persönlichem Geschmack:
| Unterkunftsart | Buchung nötig? | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Hotel | empfehlenswert | Komfortabel, meist Frühstück |
| Pension / Gasthof | empfehlenswert | persönlich, oft günstig, gutes Frühstück |
| Berghütte (DAV & privat) | oft nötig | Besonderheiten → siehe unten |
| Jugendherberge / Hostel | empfehlenswert | günstig, sozial |
| Campingplatz | selten nötig | flexibel, Eigenversorgung |
| Wildcampen | – | Rechtslage beachten! |
| AirBnB / Ferienwohnung | erforderlich | 👉 AirBnB* – Küche, mehr Platz |
Sollte ich die Unterkunft vorher buchen oder nicht?
Das ist eine echt schwierige Frage. Ich finde, durch das Vorabbuchen nimmt man sich die komplette Freiheit auf der Tour. Man ist dann aufs Verderben der Planung ausgeliefert und muss den avisierten Etappenort erreichen. Kurzum, ich mag es nicht!
ABER: in den letzten Jahren nahm die Anzahl der Unterkünfte drastisch ab. Vorab zu buchen oder sich zumindest zu informieren wird daher immer sinnvoller.
Was wären Gründe, bei denen ich vorab buchen würde?
Wenn wir in Familie touren
Wie auf unserer ersten Familien-Transalp beschrieben, gehe ich da lieber auf Nummer sicher. Ich weiß ja nicht in welchem Zustand die Kinder am Etappenende sind. Und da will ich nicht von Haustür zu Haustür rennen und für vier Mann ein Zimmer suchen. Dann lieber etwas defensiver die Etappe geplant, das Zimmer sicher gebucht und dafür am Ende des Tages noch in ein Freibad oder auf einen Spielplatz gehen.
Wenn wir auf einer Hütte übernachten wollen
Vor allem im Hochsommer sind die Hütten mitunter gnadenlos vollgestopft. Da kann es vorkommen, dass man abgewiesen wird oder auf dem Flur schlafen darf. Da ruf ich doch lieber vorher an. Das muss nicht drei Monate vorher sein, das reicht auch noch kurzfristig. Sollte es dann nicht klappen, dann muss man sich eben was Anderes suchen.
Wenn wir mit dem Flieger anreisen
Wir haben ja nun schon einige Reisen in der Ferne unternommen. Dazu wurden die Räder in normalen Fahrradkartons aus dem Radladen gepackt und mitgenommen. Am jeweiligen Ankunftsort (oder in der Nähe) versuchten wir also vorab ein Hotel zu finden, in dem wir für den Rest der Tour unsere Kartons zwischenlagern konnten. Die lagen dann eben eine Woche mal im Keller, mal in der Garage rum und kamen bisher noch nie abhanden. Das ganze Procedere hatten wir immer per E-Mail mit dem Betreiber vorab abgestimmt.
Wenn die Etappen extrem lang sind
Gerade bei unseren Gravelbike-Touren planen wir sehr lange Tage im Sattel ein. 12 Stunden Fahrzeit sind da schon normal. Und das heißt, dass wir oft auch erst am späten Abend fertig werden. Dann ist es doch ausgesprochen schön, wenn man weiß, dass da ein Hotel- oder Pensionsbett auf einen bereits wartet und man gleich unter die Dusche hopsen kann.
Wenn irgendein Event im Ort ist.
Wir hatten da in Riva mal so eine Schuhmesse 🙂
Wie finden wir die passenden Quartiere?
Da wir meistens völlig vogelfrei unterwegs sind, kommen wir in die Ortschaften eingeflogen und müssen uns etwas spontan suchen.
- Alle schwärmen aus und klingeln überall, wo es nach Betten aussieht. Ob nun Übernachtungen im Gasthof, in der Pension oder im Hotel. Dann werden die Preise abgefragt und ggf. die Zimmer beäugt. Dann treffen wir uns wieder, beratschlagen und aus dem Bauch heraus entscheiden.
- Touristeninformation. Mitunter hat so ein Haufen verdreckter Radfahrer schlechte Chancen bei den potentiellen Gastgebern und angeblich sind überall alle Betten belegt. Dann geht der erste Weg zu einer Touri-Information. Da wird einem schnell geholfen und die angerufenen Hotels oder Pensionen sehen uns verwahrloste Truppe nicht. Das gab schon mal das ein oder andere Wiedersehen mit einem Gastgeber der ja scheinbar nichts mehr frei hatte 😄
- Buchungsportale und Suchmaschinen. Booking.com oder Google helfen bei der Suche sehr gut. Wir hatten in Schottland zum Beispiel recht schnell gemerkt, dass man spontan kaum noch Quartiere findet und Touristeninformationen nicht aufzutreiben sind. Also lieber alles immer vorgebucht. Aber Achtung: Oft wird, vor allem im Ausland, eine Kreditkarte vorausgesetzt. Mehr dazu auf meiner Seite Geld, Kreditkarte & Mobilfunk.
Berghütten – Atmosphäre, Besonderheiten und was man wissen sollte
Berghütten sind für mich der Inbegriff einer Alpenüberquerung. Nach einem langen Tag im Sattel auf einer Terrasse sitzen, die Aussicht genießen und dabei ein Bier trinken – herrlich, das hat einen ganz besonderen Reiz. Aber Berghütten funktionieren anders als Hotels, und wer das nicht weiß, kann böse überrascht werden.
Was man über Berghütten wissen sollte
- Buchung ist Pflicht – besonders in der Hauptsaison. Wie oben beschrieben: Lieber einen kurzen Anruf vorher riskieren als abends vor einer vollen Hütte stehen. Kurzfristig geht das meist noch, aber spontan ohne Reservierung im August ist riskant.
- Matratzenlager statt Einzelzimmer. Auf vielen Hütten ist das Lager die Standardunterkunft. Wer das nicht mag, der sollte gezielt nach Zimmern fragen. Die sind aber teurer und noch schneller ausgebucht, dafür hat mein keine üblen Schnarcher.
- Hüttenschlafsack mitbringen. Wird auf fast allen Berghütten vorausgesetzt. Ein leichter, kompakter Hüttenschlafsack gehört fest ins Gepäck. 👉 Hüttenschlafsäcke aus Seide auf Amazon*
- Nur Bargeld! Das ist auf vielen Berghütten noch Standard. Kartenzahlung wird selten akzeptiert, gerade auf kleineren oder privaten Hütten. Alle Infos zu Bargeld und Zahlungsmitteln findest du (wieder) auf meiner Seite Geld, Kreditkarte & Mobilfunk.
- Fahrräder bleiben draußen. Wertgegenstände mitnehmen und das Rad mit einem guten Schloss sichern. 👉 Fahrradschlösser auf Amazon*
- Ankunftszeiten beachten. Hütten schließen die Küche zu einer bestimmten Zeit. Wer spät kommt, kurz Bescheid geben.
DAV-Mitgliedschaft lohnt sich: Mitglieder des Deutschen Alpenvereins erhalten auf DAV-Hütten und vielen Partnerhütten in Österreich und der Schweiz deutlich reduzierte Übernachtungspreise. Wer regelmäßig in den Alpen unterwegs ist, hat die Mitgliedsgebühr nach wenigen Übernachtungen wieder drin. Zusätzlich ist eine Bergrettungsversicherung enthalten.
👉 Mehr zur DAV-Mitgliedschaft: alpenverein.de
Halbpension, Wäsche waschen und andere praktische Tipps
Halbpension nutzen
Manchmal hat man, vor allem in Gasthöfen oder Hotels, die Möglichkeit, recht günstig auf Halbpension zu buchen. Oft bekommt man da zum Preis einer normalen Hauptspeise ein Menü serviert. Und da wir Radfahrer ja wahre Fressmonster sein können, kann das hin und wieder nicht schaden.
Ich glaube, ich habe auch noch nie auf einer Tour abgenommen 😆
Wäsche waschen
Wenn man nach dem zweiten oder dritten Tag langsam vor seinem eigenen Geruch fortlaufen möchte, ist es allerhöchste Zeit, die Trikots und Hosen durchzuwaschen. In der Regel mache ich eine schnelle Handwäsche am Abend.
Die ein oder andere Pension bietet aber auch schon mal einen Wäscheservice an – also ruhig mal fragen. Dann hat man echte frische Wäsche und sollte sie im Trockner landen, dann ist sie auch garantiert am nächsten Morgen trocken.
Welche Erfahrungen kann ich noch kundtun: Nutze Merino-Kleidung – sie trocknet schnell, ist geruchsneutral und kann zwei bis drei Tage getragen werden. Ich liebe sie und möchte sie auf Tour nicht mehr missen. 👉 Merino-Funktionskleidung auf Amazon*
Fazit
Die Übernachtung ist kein Randthema der Tourenplanung – sie sollte ein zentraler Teil sein. Wer weiß, wie Berghütten funktionieren, wann man vorausbuchen sollte und wie man das Rad sicher unterbringt, schläft besser. Und wer besser schläft, fährt besser 😎
Etwas Vorbereitung, die richtigen Apps und ein direktes Gespräch mit dem Gastgeber machen oft den Unterschied zwischen einer stressigen Suche am Abend und einem entspannten Ankommen.
Meine Empfehlungen auf einen Blick
| Thema | Empfehlung |
|---|---|
| Unterkünfte finden & buchen | 👉 Booking.com* |
| Ferienwohnung & Privatunterkünfte | 👉 AirBnB* |
| Bergrettung & vergünstigte Hüttenpreise | 👉 DAV-Mitgliedschaft |
| Bezahlen unterwegs | 👉 DKB-Girokonto* · 👉 ING-Girokonto* · 👉 Kreditkarten-Vergleich bei Tarifcheck* |
| Mobilfunk & Erreichbarkeit auf Tour | 👉 fraenk* – Code MATB466 für dauerhaft +5 GB |
← Zurück zu: Tourenplanung | Weiter zu: Geld, Kreditkarte & Mobilfunk →
