Vorwort

Bevor wir zu der Ötzirunde nach Sölden gefahren sind, haben wir uns bei zwei Touren im bayerischen Wald schon einmal warm gefahren. Das Revier hat uns dermaßen gut gefallen, dass wir unter Garantie noch einmal hier aufschlagen werden und diese Seite noch einige Touren mehr dazu bekommt. Als Startpunkt hatten wir uns Zwiesel ausgewählt.

Länge: 112,3 km
Höhe: 3.103 hm
Etappen: 2

Tour 1

Daten:
63,66 km   14,3 km/h   7:46:41 h   59,4 km/h   1496 hm

Orte:
Zwiesel – Talsperre Frauenau – Latschensee – Taferlbaum – Falkenstein – Zwiesel

Die richtigen Wege in Zwiesel zu finden ist gar nicht so einfach. Zum Glück gibt es aber ein paar Ausschilderungen der Radrouten und so fanden wir uns durch das Straßengewirr aus der Stadt hinaus bis zur Pochermühle. Die bald folgende Talsperre Frauenau empfand ich nicht besonders reizvoll, das kann aber auch an den trüben Wetter gelegen haben. So zog sich der Weg recht trist hinauf, vorbei an den verlorenen Schachten, bis kurz vor den Latschensee.

Dieses Gebiet zählt zum Kerngebiet des Nationalparks und so galt hier ein generelles Bikeverbot. Da wir schon nicht fahren durften, so machten wir wenigstens die Blaubeeren platt. Monströse gutschmeckende Beeren an riesigen Gesträuch ließen uns ewig nicht vorwärts kommen. Nachdem die Zähne und Finger endlich richtig blau waren rissen wir uns aber dann doch los und liefen bis zum stillen abgelegenen Latschensee. Die ganze Umgebung war äußerst sumpfig und so schlichen wir uns bei Nebel über die Stege bis wir das Kerngebiet verlassen hatten und endlich wieder auf die Räder konnten. Was folgte war ein Leiden in vier Akten. Permanantes Auf und Ab bis zum Schlußanstieg am Falkenstein zerrte unglaublich an den Kräften und an der Moral. Wenn wir vorher das Profil gekannt hätten, wäre sicher alles nur halb so schlimm gewesen…

Der Falkenstein bot uns leider keine Aussicht – zu trübe war das Wetter und so genehmigten wir uns einen Kaffee und ein paar Stück Kuchen in der Wirtschaft. Die Abfahrt bis nach Ludwigsthal war, wie das Wetter, trist und fad. Auf einem langen Asphaltband rollt man hinunter und schläft dabei doch fast ein – langweilig! Fazit der Runde: wahrscheinlich durch das trübe Wetter vorbelastet, war die Strecke nicht sehr doll, zumal man keine Abstecher auf richtige Trails machen konnte, da man halt im Nationalpark unterwegs war.

In der Nähe des Latschensees
In der Nähe des Latschensees
Hier könnte man ewig verweilen...
Hier könnte man ewig verweilen…

Tour 2

Daten:
48,67 km   11,7 km/h   7:18:55 h   61,2 km/h   1607 hm

Orte:
Zwiesel – Hennenkogel – Großer Arber – kleiner Arbersee – Nähe Arberhütte – Arbersee – Hennenkogel – Zwiesel

Als Belohnung für das Durchhalten am Vortag hatten wir am zweiten Tag richtiges Glück mit dem Wetter. Kurz hinter unserem Quartier ging es auf einem Waldweg furchtbar steil hinauf zum Hennenkogel. Die Belohnung folgte sofort mit einem grandiosen Rundblick in den bayerischen Wald. Nach einer kurzen Abfahrt ging es auf breiten Schotterwegen bis zum Parkplatz Bretterschachten. Von hier aus starten im Winter immer recht viele Langläufer – im Sommer ist ehern nichts los.

Nach einer kurzen Rast fuhren wir gemütlich bis kurz vor den großen Arber. Bevor man aber oben ankommt, muß man noch einmal eine ordentliche Steigung hinter sich bringen. Oben erwartete uns ein Meer an Touristen und so drehten wir schnell zu Fuß eine Runde und verpissten uns schnellstmöglich. Um zum kleinen Arbersee zu kommen, fuhren wir einen bombastischen Downhill vom kleinen Arber hinab. Der See ist auch ein Traum von Natur – nur leider auch wieder vollständig mit Touristen überfüllt. Mittag mussten wir hier trotzdem essen. Die Auffahrt nach Brennes war geprägt von regen Autoverkehr und so waren wir froh hinter der großen Straße wieder ganz allein im Wald zu sein und schossen förmlich hinab bis kurz vor die Arberhütte.

Bis zum Arbersee wars dann nicht mehr weit und nach kurzem Fotostop galt es, eine brutal anziehende Piste nach oben zu keulen. Am Parkplatz Bretterschachten kamen wir dann auch dementsprechend fertig wieder heraus – nicht ohne vorher nochmal ordentlich auf einem Wurzeltrail durchgeschüttelt zu werden. Da der Hennenkogel so schön war, wählten wir einen kleinen Umweg um noch einmal die Strecke, diesmal aber bergab, fahren zu können. Die Tour war richtig klasse gewesen – vor allem weil wir hier nicht nur riesige Wege befahren durften sondern auch mal kleine Trails dabei waren. Ausserdem hat das Wetter sein übriges getan um uns den Tag zu verschönern. Fazit: nachfahren!

auf dem  Hennenkogel
auf dem Hennenkogel
Blick hinüber zu dem großen Arber
Blick hinüber zu dem großen Arber

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