Eine 100 km-lange Mountainbike-Tour, mit vielen Trails quer durch die Dresdner Heide, ließ im April mein kleines Bikerherz vor Freude schneller schlagen. Unzählige Trails, einige davon hab ich noch nie zu Gesicht bekommen, wurden dabei unter die Stollen genommen.

Daten:
102,88 km   16,0 km/h   6:25:16 h   50,1 km/h  1.454 hm

Orte:
Dresden – Alaunpark – Hofewiese – Langebrücker Saugarten – Dachsenberg – Heidemühle – Forstarbeiterdenkmal – König Albert Denkmal – Stausee – Silbersee – Prießnitzdurchbruch – Dresden

Die Exkursion in die Dippoldiswalder Heide im Vormonat, hatte mir richtig gut gefallen. Und da wir alle ja durch Sars-Cov-2, Covid-19 oder halt schlicht Corona auf einen winzigen Radius von 15 km um den Wohnort begrenzt waren und ich doch ganz gern eine lange Tour fahren wollte, so wählte ich mir als Ziel die Dresdner Heide aus und baute mir ein ordentliches Gekringel zusammen. Die grüne Lunge Dresdens liegt da so brav im Norden und wird von vielen Bikern schwer geschätzt. Also auf, zu einem neuen kleinen Abenteuer.

Erst einmal musste ich die geisterhaft leere Stadt queren. Das ist schon mal eine andere Hausnummer, wenn man sonst den vielen Verkehr und das Getummel aus einer Fast-Großstadt kennt. Ab dem Alaunpark wurde es dann endlich eine MTB-Tour. Die ersten Meter in der Dresdner Heide wurden ganz in Ruhe zurückgelegt. Entlang der Prießnitz schlängelt sich der Weg idyllisch bergan. Man passiert dabei den Kletterwald (natürlich ist der derzeit geschlossen) und den Prießnitzdurchbruch.

Mit Erreichen der Hofewiese (hier kann man sonst fantastisch einkehren) konnte ich mit dem Steingründchen in den ersten „echten“ Trail der Tour einsteigen. Danach folgte die Überfahrt zum Langebrücker Saugarten und zum höchsten Berg der Dresdner Heide – dem Dachsenberg. Die folgenden Wege am nordöstlichen Rand entlang, zwischen Radeberg und Ullersdorf, waren mir komplett unbekannt, aber nicht minder schön zu befahren.

Den Stausee berührte ich nun fasst mit meinem Track, aber die Besichtigung verschob ich vorerst auf später. Über den Weg „Reichsapfel“ ging es weiter bis zur Heidemühle. Hier hatten wir mit der Wild- und Speisegaststätte „Einkehr an der Heidemühle“ immer eine wunderbare Einkehrmöglichkeit. Leider haben die netten Betreiber Anfang 2020 zur Ruhe gesetzt … es sei ihnen von Herzen gegönnt! Der Biergarten auf der anderen Straßenseite empfängt aber ebenfalls sehr gern Gäste.

Nach nur wenigen Metern erreichte ich das wunderbar idyllische Saugartenmoor. Ein bisschen Zeit zum Verweilen musste sein, dann ging es weiter im Galopp. Über den Dresdner Saugarten, die Alte 4 erreichte ich dann das Forstarbeiterdenkmal. Hier wird den Gefallenen Forstarbeitern der beiden Weltkriege mit einem sehr schönen Denkmal gedacht. Über die alte Radeberger Straße, begleitet vom „verlorenen Wasser“, landet man fast in der Radeberger Vorstadt, einem Ortsteil von Dresden.

Die Dresdner Heide lässt einem nur wenig Zeit zum Luftholen, denn es folgte ein ordentlicher Anstieg über den E-Flügel. Hier wurde ganz schön viele Erde bewegt. Reichlich Sprünge könnten hier in der Gegenrichtung hingelegt werden. Und wo viel Anstieg war, da folgt auch viel Gefälle. In Komoot wurden die Strecken als Snake Trails benamt. Weiter unten traf ich dann auf den Jungfernsteig. Dann hieß es wieder Zähne zusammenbeißen und kräftig in die Pedalen treten. Da wo unzählige Downhiller (oder ein paar wenige bescheuerte) den halben Wald zerfetzt haben, erklomm ich wieder die Höhe. In meinen Augen ist das ein wahres Trauerspiel, was da von uns Mountainbikern kreiert wurde. So kann man sich in den Forststuben und Wandervereinen der Gegend auch prima den Ruf ruinieren.

Über den Kuhschwanz ging es dann wieder bergab und rüber zum Fischhaus, wo es erst den Eisenbornbach hinab bis fast zum Albertpark ging. Anschließend wechselte ich die Richtung uns folgte den Bach stromaufwärts. Eine kurze Überfahrt später stand ich dann am Gutebornbach und dem König Albert Denkmal. Am Ende des Weges trifft man dann bereits auf die Bautzner Straße, auf deren anderer Seite die drei Elbschlösser Eckberg, Lingner und Albrechtsberg sich befinden. Noch etwas Kultur gab es mit dem Kentaur, einer Figur Halb-Mensch und Halb-Pferd.

Immer mit Blick auf den Mordgrund, mit dem Mordgrundwasser, fährt man entlang des Weißen Hirschs auf einem wunderschönen Pfad. Dann folgten ein paar unscheinbare Kilometer bis ich dann den Stausee in echt besuchte. Hier tummelten sich doch erstaunlich viele Besucher. Aber alle hielten sich in nur kleinen Gruppen, gut voneinander separiert auf. Der See lag in aller Stille so zu träumen rum, aber so langsam drückte mir die Zeit im Nacken, denn ich wollte ungern im Dunkeln die letzten Kilometer fahren… also weiter!

Noch einmal kam ich dem Dachsberg verdammt nahe, um dann übern Kuhschwanz so langsam die Heimreise einzuläuten. Es folgten in der Nähe des Prießnitzdurchbruchs noch einmal einige schwierige, teils arg zerfahrene Trails. Anschließend genoss ich den kleinen Silbersee, welcher ganz Nahe bei Klotzsche den Rand der Dresdner Heide bildete. Über den Sandbrückenweg erfolgte die Abfahrt, um dann auf der anderen Seite der Prießnitz noch einmal kurz anzusteigen. Über die Lynchschlucht erfolgt dann die letzte trailige Abfahrt des Tages hinab in den Prießnitzgrund.

Der Prießnitzgrund bildete dann auch den finalen Abschluß meiner Dresdner Heide XL-Tour. Es war wunderschön und ich war tüchtig platt. Ich hatte das Tempo dann doch ein wenig zu hoch gewählt. Und so waren die letzten Meter bis heim zur Dusche recht anstrengend. Es war aber ein wunderbare Erfahrung und es war garantiert nicht der letzte Trip dieser Art.


zur Übersicht „Tour des Monats“ | oder zu Startseite