Wir befinden uns im Februar des Jahres 2020. Es ist 9:30 Uhr – es regnet – es wird ein schwerer Sturm erwartet! Und doch haben drei tapfere Gesellen sich meiner Einladung zu einer gemeinsamen Radtour gestellt. Gemeinsam werden wir heute die nördlichen rechtselbischen Trails befahren.

Daten:
71,98 km   12,6 km/h   5:41:41 h   41,6 km/h  1.512 hm

Orte:
Dresden – Wachwitzer Höhenpark – Fernsehturm – Helfenberger Grund – Keppgrund – Zuckerhut – Borsberg- Jagdwege – Bonnewitz – Liebethal – Lohmen – Elbersdorf – Alter Bahndamm – Schönfeld – Wachwitzer Höhenpark – Dresden

Vernachlässigen wir einmal die Überfahrt bis zum Körnerplatz, denn was passiert da schon wirklich. Nein doch, es gab da ein Federvieh, was mit einem Biker abgelichtet werden wollte… Ok, jetzt weiter zum Körnerplatz. Hier hat sich die Rotte auf insgesamt vier Fahrer vervollständigt. Und dann geht es bereits unter der Standseilbahn entlang steil den Elbhang hinauf. Im Wachwitzer Höhenpark dampfte ich in meiner Regenjacke und -hose derart, dass ich sie lieber in den Rucksack stopfte und mit einer dünnen Windjacke weiterfuhr. Trotz des Regens war das deutlich angenehmer.

Ab dem Höhenpark begann das große Vergnügen auf den rechtselbischen Trails. Über den Fernsehturm ging es zum Helfenberger Grund, weiter zum Keppgrund, auf den Zuckerhut (inkl. kräftigen Prosit), auf den Borsberg, die Jagdwege entlang und runter nach Bonnewitz. Dabei befuhren wir immer schmale und vermatschte Trails… ein wahres Feuerwerk war‘s. Und die kleinen Bikerherzen schlugen ganz heftig vor lauter Freude.

So langsam bekamen wir dann doch Hunger. Also bemühten wir Google, hinsichtlich einer passenden Lokalität und wurden enttäuscht. Der angesteuerte Gasthof sah dann doch schon arg mitgenommen aus. Keine Ahnung wann hier das letzte Essen ausgeteilt wurde. Nun, wenn Google hier uns nicht weiterhilft, dann doch bestimmt die Ureinwohner. Die zogen uns den Zahn und vertrösteten uns auf andere Ortschaften. Na, uns doch Wurscht!

Also hinein ins wunderschöne Liebethal. Das Wagnerdenkmal ist hier schon eine Wucht. Da stehen wir also fröhlich im Regen, schauen auf eine bombastische Figur (es handelt sich wohl um das weltgrößte Wagner-Denkmal) und lauschen der Ouvertüre aus der Oper „Lohengrin“. Irgendwann rissen wir uns dennoch los und strebten der Wesenitz entgegen Richtung Lochmühle.

In Elbersdorf fanden wir dann das reizende Gasthaus „zur Schöpfbank“. Das Essen war unglaublich lecker, der Gastwirt war nett und es herrschte eine gemütliche Atmosphäre. So genossen wir die Pause, quatschten viel Quark, während es draußen weiter vor sich herdröppelte.

Die Uhr tickte aber (wie nicht anders zu erwarten) stetig weiter. Daher war auch irgendwann die schönste Pause zu Ende und wir quälten uns in die Regenpelle. Der Wind hatte in der Zwischenzeit eine Schippe aufgelegt. Das passte ganz hervorragend, denn er kam ab jetzt frontal von vorn. Über die alte Bahntrasse, welche nun als Radweg super ausgebaut ist, kämpften wir uns durch das Schönfelder Hochland zurück nach Dresden. Zur Beurteilung der Windstärke hier zwei Zahlen: Puls 160 – Geschwindigkeit 10 km/h.

Im Wachwitzer Höhenpark nahmen wir nochmal die Trails mit, um dann wieder quer durch die Stadt nach Hause zu strampeln. Das Rad musste schon ordentlich mit Wasser bearbeitet werden, um wieder als Fahrrad wahrgenommen zu werden. Das gleiche galt dann für den Mensch. Hach, und dann ging es draußen aber mal so richtig ab. Da hatten wir aber beachtliches Glück. Der Sturm war gewaltig … da wollte man beim besten Willen nicht mehr in einem Wald unterwegs sein.

Es war auf den rechtselbischen Trails eine herrliche Geburtstagstour, welche wir unbedingt bei schönen Wetter und nicht ganz so verdreckten und nassen Wegen im Genussmodus befahren müssen.


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