Das Triebischtal ist ein wunderbares Ausflugsziel. Aber ich wollte gern noch etwas länger touren. Und so umrundete ich noch den Tharandter Wald auf wunderschönen, wie extra für ein Gravelbike angelegten, alten Bahntrassen der ehemaligen Schmalspurbahn.

Daten:
108,26 km   22,1 km/h   4:53:56 h   53,4 km/h  1.048 hm

Orte:
Dresden – Bannewitz – Poisental – Tharandt – Colmnitz – Naundorf – Hetzdorf – Mohorn Grund – Dietrichsmühle – Triebischtal – Tanneberg – Meißen – Elbradweg – Dresden

Der Januar 2020 brachte mir bisher kaum die so geliebten Frostausfahrten. Auf denen man auf den gefrorenen Böden herrlich entlangballern kann. Auf denen man sich wahnsinnig bereits auf die heiße Dusche freut. Bei denen der Schnee unter den Reifen einen wunderbaren Sound hinlegen. Bei denen jeder einzelne Sonnenstrahl erhascht wird, denn die meiste Zeit sieht man sie ja nur vom Bürofenster aus…

Nungut, dann fahr ich eben bei ein paar wenigen Plusgraden meine Runde. Ganz spontan und völlig ungeplant nahm ich an einen Montagnachmittag Gleitzeit, sattelte mein seit drei Monaten nicht mehr bewegtes Scotty, fummelte mich in die vielen Lagen und fuhr eine altbekannte und sehr geliebte Runde.

Das anvisierte Triebischtal lag noch in weiter Ferne, denn vorher mussten doch ein ganz paar Asphahltkilometer abgespult werden. Über Bannewitz, vorbei am Backofenfelsen in Freital, hinüber zum wunderschönen Tharandt, ging es daher recht flott. Dann noch rüber zur edlen Krone und hinein in den Tharandter Wald. Am Seerenteich muss man einfach immer mal etwas Verweilen, schon allein weil man ein paar Fotos machen muss 🙂

Am Weidegut Colmnitz trifft man dann auf die alte Bahntrasse der Schmalspurbahn zwischen Klingenberg-Colmnitz und Oberdittmannsdorf. Dieses alte Schmalspurbahnnetz wurde zwischen 1915 bis 1923 gebaut und in Betrieb genommen. Bereits 1971 erfolgte die Stilllegung und bis 1979 der Rückbau. Zurück bleiben wunderbare Radwege, wie ein wahr gewordener Traum. Diesen alten Trassen folgte ich nun über viele Kilometer bis nach Niederschöna. Hier wechselte ich mal flix auf langweiligen Asphaltbelag und flog mit reichlich Rückenwind bis nach Mohorn Grund.

Hier begrüßte mich das klasse Freibad. Nur so recht nach Baden ist einem bei knapp drei Grad Celsius nicht wirklich. Dann fahr ich doch lieber noch etwas Bahntrasse. Und die führt einen direkt bis zum schönen Triebischtal. Ab der Dietrichsmühle geht es entlang der Triebisch durchs Gelände. Gar kräftig durchgeschüttelt wird man hier auf diesem starren Bock. Dafür macht es mächtig Laune. Ab Munzig ging es dann auf der Straße weiter. Mit Volldampft versuchte ich der Dämmerung zu entkommen. Es wird zwar endlich wieder später dunkel, aber nach 17 Uhr geht es nicht mehr ohne Licht.

In Meißen genoss ich den kurzen Blick zum Dom und zur Elbe und machte mich dann elbaufwärts auf den Heimweg nach Dresden. Leider kam nun der Wind frontal. Und der Windchill-Effekt zog bei nunmehr knapp Null Grad Celsius recht ordentlich am Körper. Recht angefroren und in völliger Dunkelheit erreichte ich die Landeshauptstadt und durfte zum Glück noch einmal den Talkessel nach oben strampeln. Denn so wurde mir doch wieder recht schnell warm. Die heiße Dusche und den heißen Tee habe ich trotzdem sehr genossen.


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