„Im Frühjahr 2021 öffnet die Blockline – das Bike-Abenteuer für die ganze Familie. Weite, entdecken, echte, ursprüngliche Natur: Wo bleibst Du?“ Unter diesem Slogan wurden im östlichen Erzgebirge vom Tourismusverband Erzgebirge e.V. drei Runden, sogenannte Loops, zum Erkunden der Region mit dem Bike, und zwar als Familientouren, zusammengestellt. Wir kombinierten die beiden Loops 1 und 3 zu einer längeren Tagestour und erlaubten uns bereits jetzt einen Blick drauf zu werfen.

Daten:
91,03 km   14,2 km/h   6:25:24 h   56,5 km/h  2.098 hm

Orte:
Holzhau – Gimmlitztal – Talsperre Lichtenberg – Blockhausen – Schmalspurbahntrasse Mulda-Sayda – Neuhausen – Seiffen – Reicheltberg – Seiffen – Schwartenberg – Černý rybník – Talsperre Rauschenbach – Grenzweg – Ringelwald – Holzhau

GPS-Daten bei Komoot: Blockline Loop 1 & 3

Es ward der Buß- und Bettag mitten im November. Es war schon recht frisch und die Tage waren auch bereits deutlich kürzer. Natürlich hatte jeder Tag weiterhin 24 Stunden, aber es fehlte deutlich an Helligkeit 🙂

Wir starteten daher so zeitig wie möglich – und zwar in Holzhau. Hier, ganz in der Nähe der Skipiste, liegt ein großer Parkplatz, von dem aus man wunderbar in die Tour einsteigen kann. Die ersten Meter gingen zum warm werden fröhlich plaudernd bergan in den Töpferwald hinauf. Auf dessen Rückseite erwartete uns das Gimmlitztal. Dieses Tal wollten wir eigentlich ursprünglich bereits bei unserer Erzgebirgs-Gravelbike-Tour im Frühjahr besuchen, aber damals hatte uns das Wetter die Lust darauf gewaltig verdorben. Somit stand dann eben einem Besuch im Herbst nichts entgegen.

Das Gimmlitztal ist wahrlich eine Pracht! Es liegt da in seiner Stille und kein Mensch war weit und breit zu sehen. Gegenüber der ausgewiesenen Route fuhren wir direkt auf dem Wanderweg auf der anderen Seite der Gimmlitz. Im Frühjahr oder Sommer könnte es hier sicher mit Wanderern etwas voller und enger werden, aber das Problem hatten wir weiß Gott nicht. Leider war das Tal viel zu schnell zu Ende und so erreichten wir kurz darauf die Talsperre Lichtenberg.

Es folgte ein knackiger Anstieg und schon fanden wir uns in „Blockhausen“ wieder. Dieser Ort ist wirklich was für die ganze Familie. Wunderbare Meisterwerke der Holzschnitzkunst waren da zu bewundern. Hier verbrachten wir einiges an Zeit, denn es gab reichlich zu entdecken.

Nach dem Ort Dorfchemnitz begann eine lange Auffahrt Richtung Sayde bzw. der König-Friedrich-Augusthöhe, auf einer alten stillgelegten Bahntrasse. Entsprechend gemütlich war die Steigung. Die Sonne schien und wir genossen den Ausblick auf die hübschen kleinen Erzgebirgshäuschen mit deren Gärten.

Oben angekommen, sparten wir uns den Kringel der Blockline-Route und kürzten einmal quer durch den Wald ab. War zwar etwas dicht bewachsen hier, aber wir kamen durch 🙂 Kurze Abfahrt, kurzer Aufstieg… damit erwartete und ein witerer wunderschöner Blick auf die Weiten des Erzgebirges. Hier in der Sonne, ließen wir bei uns mal kurz Ruhe einkehren und wir genehmigten uns ein bißchen Verpflegung aus dem Rucksack und genossen den Augenblick.

In Neuhausen kamen wir wieder am Schloss Purschenstein vorbei. Vor wenigen Monaten hatten wir uns bei unserer Erzgebirgstour schon etwas umgeschaut. Daher ließen wir es etwas rechts liegen und machten uns an die Auffahrt nach Seiffen. Wir waren erstaunt, dass es hier doch recht viele Besucher gab. Denn aufgrund der allgemeinen Corona-Beschränkungen war man viele Menschen auf einen Haufen gar nicht mehr gewöhnt. Die Bratwurststände winkten uns freundlich zu, aber wir widerstanden noch etwas. Wir besuchten aber noch einmal die beschauliche Kirche.

Wir befuhren noch den kleinen Rundweg auf den Reicheltberg, wobei uns unzählige Zeichen der ebm-Strecke darauf aufmerksam machten, dass hier oft die Mountainbike im Rennmodus unterwegs sind. Nach der Runde gönnten wir uns doch noch eine leckere Bratwurst und noch viel leckerere Quarkkräppelchen… zum Reinlegen und Drinwälzen waren die Dinger!!!

Das längere Stehen ließ uns aber auskühlen, denn zur Erinnerung, es war Mitte November. Und so schwangen wir uns auf unsere Räder und machten uns an den durchaus steilen Aufstieg zum Schwartenberg. Hier oben zog der Wind gewaltig, aber ein paar Fotos mussten doch noch gemacht werden. Der Himmel hatte sich auch etwas mehr bedeckt und die Sonne näherte sich kontinuierlich dem Horizont.

Nun wichen wir noch einmal von der Originalroute der Blockline ab und machten einen Schlenker ins Böhmische. Wir besuchten einen wunderschön gelegenen kleinen See, den Černý rybník. Kurzes Foto und dann ging es über das Göhrener Tor zurück über die Grenze und auf einer sehr langen und zügigen Abfahrt hinab zur Talsperre Rauschenbach. An dieser ging es mehr oder weniger am nördlichen Ufer entlang und wir kamen in Deutschgeorgenthal heraus.

Ab hier führt der Grenzweg an einem niedlichen kleinen Bach, dem Rauschenbach, einen Grund hinauf. Sehr interessant fand ich dabei eine Stelle, an der verschiedene Grenzsteine der letzten Jahrhunderte aufgestellt und erklärt waren. So wurde das Gebiet 1591 das erste mal von Matthias Oeder vermessen. Demzufolge bestand damals hier ebenfalls die Grenze zwischen Böhmen und Sachsen.

Nun hieß es, ein letztes Mal in die Pedalen zu treten und den Bergrücken zu erklimmen, auf dessen Rückseite uns die Skipiste von Holzhau erwartete. Ziemlich genau mit den letzten Sonnenstrahlen erreichten wir unser Auto.

Die Blockline, mit Kombination der Loops 1 und 3, war wirklich wunderschön. Wir hatten zwar an diversen Stellen ein paar andere Wege gewählt, aber das Grundkonzept war super. Liebe Biker, besucht gern das Erzgebirge und erkundet in Ruhe dieses Gebiet. Hier noch einmal der Link zur offiziellen Seite des Tourismusverband Erzgebirge mit allen Hinweisen für Übernachtungen, Anfahrtsrouten und den GPS-Daten.


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