Eine Gravelbike-Transalp stand an. Das gesamte Gepäck in eine einzige Satteltasche zu bekommen, schien mir dafür doch etwas zu utopisch. Daher durchforstete ich die Internetseiten verschiedenster Taschenhersteller. Die Ortlieb Handlebar-Pack QR 11 L machte einen super Eindruck, sodass ich sie mir kaufte und zunächst auf zwei längeren Graveltouren testete.
Danach durfte sie direkt mit auf die Gravelbike-Transalp quer durch die Schweiz. Acht Etappen, knapp 700 Kilometer, rund 18.600 Höhenmeter, Schotter, lange Abfahrten und (zum Glück) nur etwas Regen – genug Gelegenheit also, um die Tasche nicht nur einmal um den Block zu fahren, sondern ihr ordentlich auf den Zahn zu fühlen.
Einleitung
In diesem Artikel nehme ich dich mit durch Aufbau, Montage und Alltagstauglichkeit der 155 Euro (UVP) teuren Tasche. Wie schlägt sie sich auf langen Etappen durchs Gelände, wie fummelig ist die Befestigung, wie windanfällig ist sie und wie gut funktioniert sie als Ergänzung zur Satteltasche auf einer Mehrtagestour?
Nach den ersten beiden 100-Kilometer-Testfahrten war mein Eindruck bereits ziemlich positiv. Der eigentliche Praxistest sollte aber erst auf der Transalp folgen. Dort musste die Tasche tagelang am Lenker bleiben, auf Schotterpisten ruhig sitzen, bei rasanten Abfahrten nicht stören und den ganzen Kleinkram schnell erreichbar halten. Soviel vorweg: Sie hat ihre Aufgabe sehr gut erfüllt.
Transparenzhinweis: Ich habe die Ortlieb Handlebar-Pack QR 11 L selbst gekauft und bezahlt. Dieser Beitrag ist nicht gesponsert; Ortlieb und die genannten Händler hatten keinen Einfluss auf Inhalt oder Bewertung. Mit * gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links. Wenn du darüber kaufst, erhalte ich möglicherweise eine Provision. Für dich entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.
Technische Daten der Ortlieb Handlebar-Pack QR 11 L
Die 11-Liter-Version wiegt laut Ortlieb 530 g, misst 32 × 22 × 18 cm (B × H × T) und darf mit maximal 5 kg beladen werden. Gefertigt ist sie aus PVC-freiem, PU-beschichtetem Nylongewebe; Ortlieb gibt die Wasserdichtigkeit mit IP64 an.
Das Bar-Lock-System zur Montage ist laut Hersteller für Lenker mit 22 bis 35 mm Durchmesser ausgelegt. Die vollständigen technischen Angaben, Hinweise zur Montage sowie Informationen zur Carbon-Kompatibilität mit den beiliegenden Protective Caps findest du auf der offiziellen Produktseite von Ortlieb und in der Montageanleitung.
Die Ortlieb Handlebar-Pack QR 11 L
Montiert an meinem Gravelbike und mittelvoll bepackt.

Erste Eindrücke & Aufbau
Optik & Haptik
Auf den ersten Blick wirkt das Material der Lenkertasche sehr wertig. Bekannt ist es mir ja bereits von der Satteltasche, bei der ich seit Jahren keinerlei Probleme habe. Und rein optisch macht sie (für mich) deutlich mehr her als die Lenkerrollen, die stark nach Wurst aussehen und weniger nach Tasche.
Ich habe mich auch bewusst gegen eine Lenkerrolle entschieden, da man bei dieser Tasche schneller Zugriff auf seine Sachen hat. So ist die Powerbank oder das Portemonnaie schneller greif- und wegsortierbar.
Maße, Form & Cockpit-Einschränkungen
Die schmale Bauweise der Tasche ist super. Sie stößt an meinem Lenker nirgends an, weder an den Bremsgriffen noch am Lenker. Und ich habe mit meinen Händen meinen kompletten Griffbereich zur Verfügung, d. h. ich bin kein bisschen in der Cockpit-Nutzung eingeschränkt.
Wichtig war mir, dass die Tasche formstabil ist, auch in nicht voll beladenen Zustand. Hier war ich bei einem anderen Hersteller vor einigen Jahren bereits einmal tüchtig auf die Nase gefallen. Hier hing die Tasche schlaff herab und schliff dann am Vorderrad. Auch führte der lapprige Kontakt zu einer „schönen“ hässlichen Scheuerstelle an meinem Steuerrohr – Lack ade.
Was mir an meinem Cockpit verloren ging, ist der Platz für die Tachohalterung sowie das Licht. Beim Fahrradcomputer war die Lösung einfach: Er wanderte auf den Vorbau. Das hat auf der ganzen Tour problemlos funktioniert. Nicht ganz so schick wie auf einer vorderen Halterung, aber gut ablesbar, sicher befestigt und damit für mich vollkommen ausreichend.
Beim Licht bleibt es schwieriger. Für die Transalp hatte ich eine Lupine Piko dabei, die eigentlich für die Helmmontage gedacht ist. Diese befestigte ich mit einem Klettband am oberen Riemen der Tasche. Für eine kurze Fahrt und als Notlösung funktionierte das ausreichend. Wirklich glücklich wurde ich damit aber nicht, da das Licht zu sehr wackelte.
Eine dauerhafte Lösung ist das für mich also nicht. Gerade wenn man bei Dunkelheit länger fahren muss oder eine vernünftige Ausleuchtung im Gelände benötigt, sollte das Frontlicht stabiler und sauberer montiert sein. Hier suche ich weiterhin nach einer passenden Lösung, die mit der hoch bauenden Tasche funktioniert und nicht bei jeder Bodenwelle mitwippt.
Verschluss & Kompression
Der Rollverschluss des Fachs funktioniert perfekt. Egal, ob die Tasche halbleer oder prall gefüllt ist, man kann das sehr gut über das Zusammenrollen regulieren. So hatte ich schon spontan zum normalen Gepäck eine ganze Zucchini mit an Bord und oben drauf kam noch der Bäckereinkauf. Das baute zwar recht hoch, aber es hat funktioniert.
Der Haken zum Schließen des Fachs ist leicht frickelig. Gerade wenn es hektisch wird, will er natürlich nicht sofort aufgehen. Dafür bleibt die Tasche auch im harten Gelände zuverlässig verschlossen. Ich glaube, hier ist Ortlieb ein guter Spagat gelungen – zumindest ist er für mich ok.
Die Innenkompressionsriemen sind natürlich ein Traum. Damit bekommt man eine schöne Spannung auf das Gepäck, sodass es nicht in der Tasche rumfliegt und Lärm macht. Mir gefallen sie bisher sehr gut.
Außentaschen & Packorganisation
Die seitlichen Netzaußentaschen nutzte ich für ein paar Riegel. Mehr kommt aber da nicht rein, wie z.B. weitere Trinkflaschen, da ich ansonsten breiter werde und dann doch zu nahe an die Bremsgriffe komme.
Seine Sachen sofort zu finden, ist manchmal eine Herausforderung. In der Dämmerung oder bei schlechtem Licht schaut man nur in ein schwarzes Loch. Vielleicht ist das in der Farbe beige besser, aber da ich die schwarze Tasche habe, muss ich das schon so festhalten. Ein Gepäckmanagement ist da sinnvoll. Gewisse Themen kommen dann in kleine Packsäcke/Drybags, z.B. Werkzeug (Multitool, Kettenschloss, Schaltauge,…), Elektro (Licht, Ladekabel, Powerbank), etc. Größere Sachen, wie Armlinge und Regenjacke, kommen dann aber einfach so rein. In etwa weiß man ja, wo man die Sachen hinsortiert.
Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann würde ich mir noch einen kleinen Schlüsselhalter mit Karabiner, so wie sie gern in Rucksäcken vernäht sind, wünschen. Denn den Schlüssel verliert man gegenüber einem Kettenschloss oder Müsliriegel nur ganz ungern.
Montage am Gravelbike
Das Bar-Lock-System
Das Bar-Lock-System wird von Ortlieb als Quick-Release beworben. Nun schauen wir doch mal, wie quick ich das hinbekomme. Die Erstmontage ging schon mal nicht ohne Anleitung. Da muss man zwei Kordeln in der richtigen Reihenfolge verschlingen und Hebel in der richtigen Reihenfolge benutzen. Zwei Hände braucht man ebenfalls. Aber es ging im ersten Anlauf trotzdem recht flott – vielleicht drei Minuten.
Im vollbeladenen Zustand ist das Spiel schon sehr schwierig – vielleicht wenn man es im Schlaf beherrscht. Ich versuche mich nun erstmal im Erlernen und Automatisieren der Handgriffe und werde berichten wie quick ich hier noch werde.
Toll ist jedenfalls, dass man kein Werkzeug extra herauskramen und benutzen muss, sondern alles mit ein paar Handgriffen bombenfest bekommt.
Lenker-Kompatibilität
Ich habe einen klassischen Gravellenker mit einer Breite von xx cm und relativ wenig Flare. Das passt bei mir perfekt. Die anderen Räder im Keller geben die gleiche Antwort.
Spannend wird es aber mit den Zügen am Lenker. Hier habe ich durch die elektronische Schaltung einen großen Vorteil: bei mir gibt es nur die beiden Bremsleitungen. Und die liegen auch zum Glück genau so, dass ich die Lenkertasche problemlos montieren kann und nichts scheuert. Hier kann aber sicher der ein oder andere auf die Nase fallen, gerade wenn da noch zusätzlich die Schaltzüge entlang müssen.
Hinsichtlich der Montagetauglichkeit an einen Carbonlenker antwortet Ortlieb in seiner FAQ wie folgt: „Ja, mit den beiliegenden Protective Caps kann das Handlebar-Pack QR auch an Carbon-Lenkern montiert werden…“
Ein bisschen Angst hatte ich trotzdem um meinen Carbonlenker. Ortlieb erlaubt die Montage mit den beiliegenden Protective Caps zwar grundsätzlich auch an Carbonlenkern, einige Kommentare in Produktbewertungen zur Tasche ließen bei mir aber trotzdem ein paar Alarmleuchten angehen. Dort war vereinzelt davon zu lesen, dass sich die Halterung bei längerer Nutzung regelrecht in den Lenker einarbeiten könne.
Ich habe daher lieber etwas mehr abgesichert: Unter die Kontaktstellen kamen zusätzliche Rahmenschutz-Patches, darüber wickelte ich noch Isolierband um den Lenker. Nach der Transalp war das Isolierband erwartungsgemäß etwas angeschuppert. Der Lenker selbst sah darunter aber komplett unversehrt aus – keine Druckstellen, keine Scheuerstellen und auch sonst nichts Auffälliges.
Das hat mich deutlich beruhigt. Ohne zusätzliche Schutz-Patches würde ich die Tasche an einem Carbonlenker persönlich trotzdem nicht montieren. Vielleicht wäre es auch ohne gut gegangen, aber bei einem teuren Lenker gehe ich lieber auf Nummer sicher. Wer die Tasche am Carbonlenker nutzen möchte, sollte eventuell neben den Ortlieb-Hinweisen also auch die Freigabe des Lenkerherstellers beachten und die Kontaktstellen regelmäßig kontrollieren.
Stabilität
Auf der Transalp blieb die Tasche durchgängig am Lenker. Ich habe sie also nicht jeden Abend abgenommen und morgens wieder neu montiert, sondern nur die wichtigsten Sachen herausgenommen und mit ins Quartier genommen. Das war für mich die angenehmste Lösung und gleichzeitig ein guter Test dafür, wie zuverlässig die Halterung über viele lange Etappen sitzt.


Nach dem ersten Tag musste ich die Tasche noch einmal nachspannen. Ob sich die Kordeln bei der ersten Belastung minimal gelängt hatten oder es an etwas anderem lag, kann ich nicht sicher sagen. Danach saß sie aber über die gesamte restliche Tour bombenfest.
Ich kontrollierte zwischendurch immer wieder, ob sich etwas gelöst hatte oder ob ich nochmals nachspannen müsste. Das war nicht nötig. Selbst auf langen, ruppigen Schotterabfahrten, in gröberem Gelände und bei ordentlich gefüllter Tasche blieb alles recht ruhig. Nichts wackelte, nichts vibrierte und die Tasche hing nicht irgendwann schief am Lenker. Top Halterung.
Die Erstmontage braucht weiterhin etwas Übung und im voll beladenen Zustand ist das Anbringen nicht unbedingt das, was ich spontan als „Quick Release“ bezeichnen würde. Ich montiere sie daher immer leer. Ist sie aber einmal sauber verspannt, funktioniert das Bar-Lock-System wirklich hervorragend.
Benutzbarkeit & Nutzen im Alltag
Beladung & Volumen-Management
Auf der Mehrtagestour war die Aufteilung für mich perfekt. Der Großteil des Gepäcks kam in die Satteltasche: Schlafsachen, Wechselkleidung und alles, was man tagsüber nicht ständig braucht. Vorn in der Lenkertasche fand dann der ganze Kleinkram seinen Platz.
Badelatschen, Lampen, Portemonnaie, Werkzeug, Armlinge, Regensachen, Snacks und sonstige Dinge für unterwegs waren damit immer direkt erreichbar. Gerade beim kurzen Halt am Pass, beim Wetterumschwung oder bei einer kleinen Pause ist das wirklich angenehm. Tasche auf, Teil raus, Tasche wieder zu und weiter. Da muss man nicht erst in einer seitlich zu öffnenden Lenkerrolle wühlen, alles ausräumen oder sich durch mehrere Wicklungen kämpfen.
Auch das erneute Verzurren funktionierte sehr gut. Die Innenkompressionsriemen ziehen das Gepäck schön zusammen, der Rollverschluss reduziert das Volumen von oben und der äußere Gurt sorgt am Ende noch einmal dafür, dass alles kompakt bleibt. Selbst wenn die Tasche nicht prall gefüllt war, blieb der Inhalt recht ordentlich an seinem Platz und klapperte nicht wild herum.
Handling am Zielort
Das Abnehmen der Tasche geht grundsätzlich schnell, sodass man sie im Ganzen mit ins Hotel, die Pension oder sogar in den Supermarkt nehmen könnte. Auf der Transalp habe ich sie allerdings einfach durchgängig am Rad gelassen. Das sparte morgens Zeit und ich musste mich nicht jeden Tag erneut mit der Montage und dem Verspannen beschäftigen.
Am Quartier kamen die wichtigsten Sachen einfach in einen wasserdichten Packsack und dann mit aufs Zimmer: Wertsachen, Elektronik, Dokumente, Portemonnaie sowie alles, was man für den Abend oder den nächsten Morgen brauchte. Der Rest konnte je nach Abstellort am Rad bleiben.
Das hat für mich wunderbar funktioniert. Wer sein Fahrrad nicht sicher abstellen kann oder generell lieber alles mit aufs Zimmer nimmt, kann die Tasche natürlich auch abnehmen. Für meine Nutzung war es aber angenehmer, sie montiert zu lassen.
Zubehör
Als Zubehör zur Lenkertasche gibt es eine Handlebar-Pack QR Inner Pocket. Im Prinzip ist das ein kleines Täschchen aus einem Netzmaterial und mit einem Reißverschluss. Ich muss sagen, sie hat mich auf den Fotos nicht zum Kauf animiert. Es gibt keinen Schlüsselhalter oder ähnliches, sondern nur das eine größere Fach. Das ist mir zu wenig Mehrwert, auch wenn die Tasche mit 11 Euro UVP nicht sonderlich teuer ist.
Ich nutze einfach meine altbewährten Säckchen. Das sind kleine Drybags, die schon in meinen anderen Radtaschen zum Einsatz kommen. Sie helfen zu sortieren und organisieren und sind darüber hinaus noch wasserfest, sodass auch ein unerwarteter Wassereinbruch, falls etwa nach einem Sturz Wasser eindringen sollte oder man im Platzregen unbedingt in die Tasche muss, meine Sachen nicht nass werden lässt.
Tauglichkeit für raues Gelände & Wetter
Fahrgefühl
Vorab: Mir fehlt weiterhin der direkte Vergleich zu anderen aktuellen Lenkertaschen oder Lenkerrollen. Meine Erfahrungen sind daher entsprechend einzuordnen.
Auf der Transalp war die Tasche meist ordentlich gefüllt. Trotzdem blieb sie beim Fahren erstaunlich unauffällig. Gerade im Gelände war ich sehr positiv überrascht. Trotz der etwas ausladenden Halterung sitzt die Tasche schön kompakt am Rad und hängt nicht wie ein großer Klotz weit vor dem Steuerrohr.
Das liegt vor allem an der wirklich guten Kompression. Die inneren Riemen ziehen das Gepäck schön zusammen und Richtung Rad. Dazu kommen das Einrollen des Verschlusses und der äußere Gurt, der am Ende noch einmal alles festzurrt. Damit sitzt das Gepäck nicht nur ruhig, sondern baut auch deutlich kompakter, als man es bei elf Litern Stauraum zunächst erwarten würde – wobei ich die elf Liter nie voll ausnutzte. Das ist aus meiner Sicht sehr gut und geschickt umgesetzt.
Klar, das Rad fährt mit einer voll beladenen Lenkertasche etwas anders. Der Blick aufs Vorderrad ist eingeschränkter und man merkt das zusätzliche Gewicht am Lenker. Auf grobem Schotter, in technischen Passagen und auf längeren Abfahrten hat mich das nicht gestört. Die Tasche blieb recht ruhig, nichts schlug herum und sie machte schlicht keinen Ärger. Genau so soll es sein.
Beim freihändigen Fahren merkte man weiterhin schnell, dass der Lenker etwas schneller einschlägt. Das habe ich daher nicht unnötig provoziert. Mit normaler Fahrweise lag das Rad aber sehr ordentlich in der Spur.
Windanfälligkeit
Bei Gegenwind merkt man die Tasche natürlich. Gerade auf längeren Abfahrten steht sie durch ihre Höhe und die relativ große Frontfläche schon ordentlich im Wind. Das lässt sich bei einer Lenkertasche dieser Bauart aber auch kaum vermeiden.
Auf der Transalp hat mich das nicht sonderlich gestört. Bei Gegenwind und mit vollem Reisegepäck nimmt man auf einer Abfahrt ohnehin etwas raus – wir sind ja nicht bei einem Rennen. Wer möglichst windschnittig und auf Bestzeit unterwegs sein möchte, wird mit einer Lenkertasche grundsätzlich vermutlich nicht glücklich.
Für meine Art von Touren überwiegen aber die Vorteile deutlich. Der schnelle Zugriff auf wichtige Sachen und der zusätzliche Stauraum sind mir wichtiger als ein paar Watt mehr gegen den Wind. Im Zweifel tritt man eben etwas kräftiger oder kommt ein paar Minuten später an. Der Weg ist beim Reisen schließlich das Ziel, nicht die Zeit 🙂
Wasserdichtigkeit
Den ultimativen Dauerregen-Test musste die Tasche auf der Transalp zum Glück noch nicht über sich ergehen lassen. Bei einem kräftigen Platzregen konnten wir uns rechtzeitig unterstellen, ansonsten hatten wir nur mal leichten Regen. Ein stundenlanges Wasservergnügen kann ich daher weiterhin nicht bewerten – und das darf gern auch noch etwas auf sich warten lassen.
Beim gründlichen Waschen nach der Tour zeigte sich aber vereinfacht, dass die Tasche dicht hält. Das hatte ich ehrlich gesagt aber auch erwartet. Das Material kenne ich bereits von anderen Ortlieb-Taschen und meine Satteltasche hält seit Jahren zuverlässig dicht.
Bei wirklich langem, dauerhaftem Starkregen steht der große Praxistest somit noch aus. Da ich mein empfindliches Zeug ohnehin zusätzlich in Drybags sortiere, wäre ich selbst bei einem unerwarteten Wassereinbruch aber zumindest doppelt abgesichert.


Fazit & Kaufempfehlung
Pro & Contra
| Pro | Contra |
|---|---|
| Schmale, formstabile Bauweise ohne Einschränkung im Griffbereich | Bar-Lock-Montage im voll beladenen Zustand fummelig |
| Sehr gutes Be- und Entladen durch die große Öffnung nach oben | An meinem Cockpit bisher keine wirklich gute Dauerlösung für ein festes Frontlicht |
| Innenkompressionsriemen, Rollverschluss und äußerer Gurt halten das Gepäck kompakt und ruhig | Zusätzliche Windanfälligkeit durch die hoch bauende Frontfläche, besonders bei Gegenwind |
| Nach einmaligem Nachspannen bombenfester, wackelfreier Halt – auch auf langen und ruppigen Etappen | Bei Carbon-Lenkern würde ich zusätzlich zu den Protective Caps unbedingt Schutz-Patches verwenden |
| Sinnvolle Ergänzung zur Satteltasche: schneller Zugriff auf Werkzeug, Kleidung, Elektronik und Essen | Dunkler Innenraum erschwert das Finden kleiner Gegenstände bei wenig Licht; Kein integrierter Schlüsselhalter |
| Wasserdicht bei leichtem Regen und beim Waschen; Dauerregen-Langzeittest steht noch aus | |
| Ausreichend Platz zu Reifen und Steuerrohr auch bei kleinen Fahrradgrößen |
Nach den ersten Testfahrten und vor allem nach der Gravelbike-Transalp bin ich von der Ortlieb Handlebar-Pack QR 11 L voll überzeugt. Sie lieferte genau das, was ich mir von ihr erhofft hatte: zusätzlichen Stauraum, schnellen Zugriff auf wichtige Sachen und einen festen, ruhigen Sitz am Lenker.
Nach einmaligem Nachspannen am ersten Tag saß die Tasche bombenfest. Auch auf langen Schotterpassagen, in technischem Gelände und bei schnellen Abfahrten blieb sie unauffällig. Besonders gut gefallen mir die formstabile Bauweise, die große Öffnung und die clevere Kompression des Gepäcks. Mit Innenriemen, Rollverschluss und äußerem Gurt bekommt man alles schön kompakt verzurrt. Nichts klappert, nichts hängt herum und trotzdem kommt man jederzeit schnell an Regenjacke, Werkzeug, Essen oder Elektronik.
Natürlich gibt es auch ein paar kleinere Schwächen. Die Montage ist im voll beladenen Zustand nicht wirklich „Quick Release“, der Platz für ein Frontlicht ist an meinem Cockpit weiterhin schwierig und bei Carbonlenkern würde ich unbedingt zusätzliche Schutz-Patches verwenden. Auch bei kräftigem Gegenwind merkt man die hoch bauende Tasche deutlich.
Das sind für mich aber keine K.O.-Kriterien. Im Gegenteil: Für lange Graveltouren, Bikepacking-Wochenenden und Mehrtagestouren wird die Ortlieb Handlebar-Pack QR 11 L nun mein ständiger Begleiter am Gravelbike. Sie wirkt sehr wertig, ist durchdacht aufgebaut und hat sich auf der Transalp absolut bewährt.
Von mir gibt es daher eine klare Kaufempfehlung und für mich ist sie definitiv die bessere Alternative zur klassischen „Wurst“-Rolle.
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Welche Lösung nutzt du für Frontlicht und Fahrradcomputer mit der Handlebar-Pack QR? Schreib mir deine Empfehlung und/oder Erfahrungen gern in die Kommentare.
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