Über Radhosen, Werkzeug und GPS-Geräte macht man sich vor einer Tour ausgiebig Gedanken. Über Geld, Kreditkarte und Mobilfunk eher weniger – bis man am Geldautomaten im Hinterland steht und die Karte abgelehnt wird. Oder bis man auf einer Berghütte in Österreich das Zimmer bezahlen will und feststellt, dass nur Bargeld akzeptiert wird. Oder bis man im Funkloch auf 2.000 Metern die Unterkunft für den Abend buchen möchte und kein Netz hat.
Vieles davon ist mir passiert. Und aus all diesen kleinen und größeren Pannen haben sich über die Jahre ein paar einfache Regeln entwickelt, die ich auf dieser Seite zusammenfasse. Nichts davon ist kompliziert oder teuer – aber wer diese Dinge vor der Tour kurz durchgeht, spart sich unterwegs Stress und unangenehme Überraschungen. Und ehrlich – vieles ist über die Jahre doch schon extrem viel einfacher geworden.
Das gilt gleichermaßen für eine Alpenüberquerung mit dem Mountainbike, eine mehrtägige Gravelbike-Tour durch Osteuropa oder einen Wochenendtrip mit dem E-Mountainbike ins Nachbarland. Sobald man die eigene Heimat verlässt, lohnt es sich, kurz über Finanzen und Kommunikation nachzudenken.
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Kreditkarte – warum sie auf Radreisen unverzichtbar ist
Lange Zeit bin ich mit EC-Karte und Bargeld durch Europa geradelt. Das funktionierte – meistens. Aber es gab immer wieder Situationen, in denen eine Kredit- oder Debitkarte die einzige Lösung war:
- Online-Buchung von Unterkünften: Die meisten Buchungsportale setzen eine Kreditkarte voraus – sei es als Zahlungsmittel oder als Garantie.
- Geld abheben im Ausland: Mit der richtigen Kreditkarte kostenlos, mit der EC-Karte oft mit Gebühren verbunden.
- Mietwagen oder Shuttles: Für den Rücktransport zum Startpunkt oder die Anreise zum Flughafen braucht man fast immer eine Kreditkarte.
- Notfälle: Wenn das Bargeld ausgeht und die nächste Bank weit entfernt ist, rettet die Kreditkarte möglicherweise den Tag.
Heute fahre ich keine Mehrtagestour mehr ohne Kreditkarte – denn die Karte liegt in meiner Wallet auf dem Smartphone. Sie ist damit genauso selbstverständlich wie der Ersatzschlauch – man braucht sie nicht jeden Tag, aber sie kann der berühmte Rettungsanker sein.
Welche Kreditkarte eignet sich für Radreisen?
Die wichtigsten Kriterien für eine gute Reise-Kreditkarte:
| Kriterium | Warum wichtig auf Radreisen |
|---|---|
| Kostenlos Geld abheben im Ausland | Spart Gebühren bei jedem Automaten-Besuch |
| Keine Auslandseinsatzgebühr | Keine versteckten Kosten bei Kartenzahlung in Fremdwährung |
| Geringe Jahresgebühr | Die Karte soll Geld sparen, nicht kosten |
| Kontaktloses Bezahlen | Schnell und praktisch, wenn die Hände noch vom Radfahren dreckig sind |
| App mit Ländersperre | Karte nur für Reiseländer freischalten – Sicherheit gegen Missbrauch |
Ich selbst nutze eine Karte der DKB*, bei der ich in der App für jedes Land einzeln die Freischaltung aktivieren und deaktivieren kann. Im Alltag ist nur Deutschland aktiv – alles andere bleibt gesperrt. Vor der Tour schalte ich dann gezielt die Länder frei, durch die wir fahren. Das gibt mir ein gutes Gefühl hinsichtlich der Sicherheit, hat aber auch schon für Chaos gesorgt, wenn ich das Freischalten vor der Tour vergaß.
Daher ein Tipp aus leidvoller Erfahrung: Prüft vor der Abfahrt, ob eure Karte für die jeweiligen Länder auch wirklich freigeschaltet ist. An der Kasse mit einer langen Warteschlange im Rücken festzustellen, dass Italien noch gesperrt ist, während das Handy keinen Empfang hat, um die Einstellung zu ändern – das bringt wenig Spaß. Ist mir passiert. Seitdem steht „Karte freischalten” fest auf meiner Vorbereitungs-Checkliste 🙂
Konkrete Empfehlung
Bei konkreten Empfehlungen für Kredit- und Debitkarten bin ich sehr vorsichtig, da sich die Konditionen durchaus schnell mal ändern können. Ich kann aber guten Herzens zwei Karten-Empfehlungen aussprechen, da bei mir seit Jahren alles reibungslos mit den Giro-Konten funktioniert. Zum einen bin ich bei der DKB* und zum anderen bei der ING*.
Hier eine kurze Gegenüberstellung der Beiden:
| Kriterium | DKB | ING |
|---|---|---|
| Kontoführung | kostenlos (ab 700 €/Monat) | kostenlos (ab 1000 €/Monat) |
| Debitkarte | inklusive | inklusive |
| Kreditkarte | 2,49 €/Monat | nicht verfügbar / nur Debit |
| App mit Ländersperre | vorhanden | vorhanden |
| 👉 zum DKB-Giro-Konto* | 👉 zum ING-Giro-Konto* |
Ansonsten: Sucht euch eine Karte, die obige Kriterien erfüllt, und testet sie vor der großen Tour einmal im Alltag. Nichts ist ärgerlicher als auf Tour festzustellen, dass die Karte anders funktioniert als gedacht. Nutze ruhig auch den direkten Vergleich bei Check24, denn jeder hat ja bekanntlich so seine eigenen Vorstellungen und Vorlieben.
👉 Kreditkarten im Vergleich bei Tarifcheck*
Bargeld – wie viel und in welcher Währung?
Trotz Kreditkarte führe ich gern Bargeld mit. Denn nicht überall funktioniert Kartenzahlung:
- Berghütten in Österreich und der Schweiz akzeptieren oft nur Bargeld.
- Kleine Pensionen in Italien oder Mecklenburg-Vorpommern (natürlich nur Beispiele) haben manchmal kein Kartenterminal.
- Verpflegung unterwegs – der Kiosk am Wegesrand, der Bauer mit dem Hofladen, die Almhütte mit Selbstbedienung.
- Trinkgeld für besonders nette Gastgeber.
Wie viel Bargeld nehme ich mit?
Für eine einwöchige Alpenüberquerung starte ich mit etwa 200–250 Euro in bar. Das reicht für die kleinen Ausgaben unterwegs, bei denen keine Karte geht. Größere Posten – Hotelübernachtungen, Restaurantbesuche, Einkäufe – bezahle ich nach Möglichkeit mit Karte. Aber zur Not reicht eben die Bargeld-Summe auch mal dafür.
In Ländern außerhalb der Eurozone hebe ich am Automaten etwas ab. In der Schweiz beispielsweise kommt man an manchen Orten ohne Schweizer Franken nicht weiter – auch wenn theoretisch Euro akzeptiert werden, ist der Wechselkurs vor Ort meist miserabel. Aber passt auf, dass keine zusätzlichen Gebühren von der Bank erhoben werden. Die können mitunter recht üppig ausfallen. Im Zweifel probiert es bei einer anderen Bank. Und sollten alle Stricke reißen, dann muss man eben in den sauren Apfel beißen.
Mobilfunk – Erreichbarkeit und Datenvolumen auf Tour
Ein funktionierender Mobilfunkanschluss ist auf unseren Mehrtagestouren mittlerweile ein fester Bestandteil geworden. Nicht nur für Notfälle – auch für die Unterkunftssuche, den Wetter-Check, die Navigation per Smartphone, Strava & Co und natürlich die Kommunikation mit den Lieben daheim.
Mein Anbieter: fraenk
Seit einigen Jahren bin ich bei 👉 fraenk* und damit ausgesprochen zufrieden. Für 10 Euro im Monat bekommt man ordentliches Datenvolumen im Telekom-Netz – und das funktioniert EU-weit ohne zusätzliche Roaming-Kosten. In Italien, Österreich, Frankreich, Spanien und überall sonst in der EU surft und telefoniert man einfach wie zu Hause. Und auch mit der Schweiz gab es keine Probleme. Bei unserem anderen Anbieter fielen wir hier tüchtig auf die Nase – obwohl nur in Grenznähe, waren bltzschnell 50 Euro an Daten-Roaming weg. Zum Glück griff hier die Datensperre, sonst wäre das noch übler geendet 🙁
Das Telekom-Netz bot und bietet in Deutschland und in den alpinen Tourismusregionen eine ordentliche Abdeckung. Natürlich gibt es Funklöcher in den Bergen – das liegt in der Natur der Sache und ist bei keinem Anbieter anders. Ein Paradebeispiel ist da die Dresdner Heide direkt vor unserer Haustür.
Was mir an fraenk gefällt: Kein Vertrag mit Laufzeit, alles läuft über eine App, der Umzug geht schnell und einfach, monatlich kündbar und transparent. Bisher gab es noch nie versteckte Kosten oder Überraschungen auf der Rechnung nach dem Urlaub.
Wer zu fraenk wechseln möchte, erhält über meinen Empfehlungs-Code dauerhaft 5 GB zusätzliches Datenvolumen.
👉 Lade die fraenk-App* herunter und nutze meinen Code: MATB466 für +5 GB Datenvolumen dauerhaft für dich obendrauf.
Netzabdeckung in den Bergen
Ein Thema, über das man vor der Tour ehrlich nachdenken sollte: In den Bergen gibt es Funklöcher. Nicht überall und nicht immer – aber verlässlich genug, dass man sich nicht darauf verlassen kann, jederzeit Empfang zu haben.
Was das für die Tourenplanung bedeutet:
- Buchungen und Kommunikation am Abend im Tal erledigen – nicht darauf vertrauen, dass es oben am Berg geht.
- Offline-Karten vorher herunterladen: Komoot, Mapy.cz und Google Maps bieten alle Offline-Funktionen. Wie ich meine Navigation auf Tour organisiere – welche Apps und Geräte sich bewährt haben – beschreibe ich ausführlich auf meiner Seite zu GPS-Navigation, Elektronik & Zubehör.
- Notfallnummern im Telefon speichern und wissen, dass ein Notruf (112) auch ohne Netzvertrag und oft auch ohne regulären Empfang funktioniert.
- Bei Touren in abgelegenen Gebieten den Tourenpartnern und der Familie die grobe Route mitteilen – falls man sich mal längere Zeit nicht meldet.
Roaming und Datenvolumen im Ausland
Innerhalb der EU gilt seit 2017 das Prinzip „Roam like at Home” – man nutzt sein deutsches Datenvolumen im EU-Ausland ohne Aufpreis. Das deckt die meisten Radziele in Europa ab: Österreich, Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland, Polen, Kroatien und viele mehr.
Ausnahmen und Fallstricke:
- Schweiz: Nicht in der EU! Roaming kann hier teuer werden, wenn man es nicht vorab im Tarif geprüft hat (siehe meine Erfahrung weiter oben). Manche Tarife bieten die Schweiz als Zusatzoption an – vorher prüfen. Ggf. das Daten-Roaming dort sperren!
- Großbritannien: Seit dem Brexit nicht mehr automatisch im EU-Roaming enthalten. Auch hier vorher den eigenen Tarif checken.
- Norwegen, Island, Liechtenstein: Gehören zum EWR und sind meist im Roaming enthalten – aber nicht immer. Ein Blick in die Tarifdetails lohnt sich.
- Datenvolumen-Grenze: Bei manchen Tarifen ist das Roaming-Volumen gedeckelt, auch wenn im Inland mehr verfügbar wäre. Die sogenannte Fair-Use-Regelung begrenzt die Nutzung im Ausland auf einen bestimmten Anteil des gebuchten Volumens.
Mein Tipp: Vor jeder Tour außerhalb Deutschlands / der EU einmal die Roaming-Bedingungen des eigenen Tarifs prüfen. Dauert zwei Minuten in der App oder auf der Anbieter-Website und kann böse Überraschungen auf der Handyrechnung verhindern.
Wertsachen und Sicherheit auf Tour
Auf einer Radtour hat man in der Regel alles Wichtige bei sich: Geld, Karten, Ausweise, Smartphone. Das macht verletzlich – geht der Rucksack verloren oder wird das Rad gestohlen, ist potenziell alles weg.
Meine Vorsichtsmaßnahmen:
- Bargeld und Karten verteilen: Nicht alles an einem Ort aufbewahren. Einen Teil im Rucksack, einen Teil am Körper. Welche Rucksäcke und Taschen sich für Mehrtagestouren bewährt haben, beschreibe ich auf meiner Seite zu Rucksäcke, Taschen & Bikepacking.
- Kopien der wichtigsten Dokumente: Personalausweis und Kreditkarte als Foto auf dem Smartphone und in der Cloud gespeichert. Falls das Original verloren geht, erleichtert das die Sperrung und Neubeantragung.
- Smartphone-Diebstahlschutz: Gerät mit PIN/Face-ID sichern und die „Wo ist”-Funktion aktivieren. Empfehlung: Unter “Face ID & Code” das “Kontrollzentrum” deaktivieren – so kann niemand ohne Berechtigung den Flugzeugmodus anschalten und damit das Smartphone unsichtbar machen.
- Kreditkarte sperren können: Die Telefonnummer der Sperrhotline im Telefon gespeichert haben. Bei Verlust sofort sperren.
- Räder in der Unterkunft: Fahrräder immer in die Pension mitnehmen – Garage, Keller oder Gastraum. Möglichst nicht über Nacht draußen angeschlossen stehen lassen. Mehr dazu auf meiner Seite zu Übernachtungen & Pensionen.
Buchungen und Reservierungen unterwegs
Die Zeiten, in denen man spontan in jeden Gasthof marschieren und ein freies Zimmer bekommen konnte, sind nicht überall vorbei – aber sie werden tatsächlich seltener. Gerade in der Hauptsaison, an Wochenenden oder in touristischen Hotspots lohnt es sich, spätestens am Nachmittag schon mal vorauszuschauen. Besser einen Tag im Voraus.
Apps und Portale, die ich oft auf der Tour nutze:
- Booking.com: Breite Auswahl, gute Filter, oft kurzfristige Buchung möglich.
- Google Maps oder Apple Karten: Zeigt Unterkünfte in der Nähe mit Bewertungen und Preisen.
- Direkte Anrufe: Vor allem bei kleineren Pensionen und Gasthöfen führt ein kurzer Anruf oft schneller zum Ziel als jede App. Und das meist auch zu besseren Preisen.
Für die Buchung über Portale braucht man in der Regel eine Kreditkarte als Garantie – noch ein Grund, eine dabei zu haben. Manche Unterkünfte buche ich auch direkt über deren Website oder per E-Mail – das ist oft günstiger und persönlicher.
Mehr zu meinen Erfahrungen mit Unterkünften, der spontanen Suche vor Ort und dem Für und Wider von Vorab-Buchungen findest du auf meiner ausführlichen Seite zu Übernachtungen & Pensionen. Und wem das alles zu viel Organisation ist: Bei einer geführten Tour kümmert sich der Veranstalter um die Logistik.
Versicherungen – ein kurzer Hinweis
Ein Thema, das viele Radreisende vernachlässigen: der Versicherungsschutz im Ausland. Die gesetzliche Krankenversicherung deckt innerhalb der EU zwar grundlegende Leistungen ab (EHIC-Karte), aber nicht alles – insbesondere kein Rücktransport, keine Bergrettung und keine Behandlung in Privatkliniken.
Ich empfehle für jede Radreise ins Ausland eine Auslandsreise-Krankenversicherung. Diese kostet für Einzelreisen wenige Euro und für Jahresverträge meist unter 20 Euro pro Jahr. Dafür ist man im Ernstfall – Unfall auf dem Trail, Krankenhausaufenthalt im Ausland, Helikopter-Bergung – deutlich besser abgesichert.
Ich selbst habe seit Jahren eine Jahres-Auslandsreise-Krankenversicherung bei der Allianz. Sie kostet mich unter 20 Euro im Jahr und deckt alles ab, was die gesetzliche Kasse im Ausland nicht übernimmt. Wer noch keine Auslandsversicherung hat, kann auch dies bei Check24 schnell vergleichen:
👉 Reiseversicherungen im Vergleich bei Check24
Wer regelmäßig in den Alpen unterwegs ist, sollte auch über eine DAV-Mitgliedschaft nachdenken. Diese beinhaltet unter anderem eine Bergrettungs-Versicherung – und die kann in Österreich und der Schweiz schnell fünfstellige Kosten verursachen, die man ohne Versicherung selbst tragen müsste.
👉 Mehr zur DAV-Mitgliedschaft und was sie bringt: alpenverein.de
Fazit
Geld, Kreditkarte und Mobilfunk sind keine glamourösen Themen – aber sie gehören zur Tourvorbereitung genauso dazu wie das Überprüfen der Bremsen oder das Packen des Rucksacks. Wer sich vor der Tour fünf Minuten Zeit nimmt, die Kreditkarte freizuschalten, den Roaming-Tarif zu checken und etwas Bargeld einzustecken, fährt deutlich entspannter los.
Die Investition ist minimal – eine kostengünstige Kredit- oder Debitkarte, ein günstiger Mobilfunktarif und ein bisschen Bargeld. Der Nutzen zeigt sich spätestens dann, wenn man abends erschöpft im Etappenort ankommt und weiß: Ich kann bezahlen, ich kann buchen, ich kann kommunizieren. Dann konzentriert man sich auf das, wofür man eigentlich da ist – das Radfahren 🙂
Meine Empfehlungen auf einen Blick
| Thema | Empfehlung |
|---|---|
| Konto & Kreditkarte | 👉 DKB-Girokonto eröffnen* · 👉 ING-Girokonto eröffnen* · 👉 Kreditkarten-Vergleich bei Tarifcheck* |
| Mobilfunk | 👉 fraenk* – Code MATB466 für dauerhaft +5 GB |
| Reiseversicherung | 👉 Reiseversicherungen vergleichen bei Check24 |
| Bergrettung | 👉 DAV-Mitgliedschaft |
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