Einleitung
Ein Urlaub ohne Fotos? Für mich unvorstellbar! Wie schön es doch ist, wenn man mithilfe der Bilder in alten Erinnerungen schwelgen und auch seinen Freunden oder der Familie die Erlebnisse zeigen kann. Früher musste man sich entscheiden, ob man einen 24er- oder 36er-Film einpackt – heute kehren wir mit Hunderten von Aufnahmen zurück.
Doch was passiert mit all diesen Bildern? Und wie macht man das mit der Datensicherung nochmal? Und was nimmt man eigentlich für eine Ausrüstung mit auf Tour?
Auf dieser Seite zeige ich dir meinen aktuellen Workflow für die Fotografie auf meinen Radtouren. Außerdem stelle ich dir meine Tipps vor, wie du deine Erinnerungen perfekt festhalten, nachbearbeiten und sichern kannst. Ich bin natürlich Hobby-Fotograf und erhebe nicht den Anspruch einen Award damit abzuräumen. Aber schöne Bilder werden einem nicht geschenkt, sondern müssen schon erarbeitet werden.
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Meine Fotoausrüstung auf Tour
Smartphone: Apple iPhone 15
Mittlerweile nutze ich fast ausschließlich mein Smartphone zum Fotografieren. Mit Apples iPhone 15 mache ich in ausgesprochen vielen Situationen die Fotos in der Qualität, wie sie mir auch gefallen. Ich hadere mit mir noch zukünftig auf ein Pro-Modell zu wechseln, da dort die Brennweitenauswahl größer ist und in raw gespeichert werden kann – mal schauen.
Ich empfehle, nicht mit den Stilen zu fotografieren, sondern diese Nachbearbeitung später mit Adobe Lightroom o.ä. zu erledigen. Nutze auch die Möglichkeit der eingebauten “Wasser-Waage”, denn schiefe Bilder kann man wollen, oft ist das aber eher durch Unachtsamkeit verursacht. Ebenfalls wichtig ist, bereits bei der Aufnahme auf die Belichtung zu achten. Beim iPhone dazu den Belichtungspunkt mit dem Finger auswählen. Lässt man ihn länger ruhen erscheint die Option die Belichtung zu vergrößern oder zu verringern. Hierzu einfach den Finger nach oben oder unten ziehen. So kann man (extreme) Über- oder Unterbelichtungen schnell korrigieren.
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Der größte Vorteil am Telefon ist, man hat es ja sowieso immer dabei. Nebenbei wird die Tourenplanung darüber abgewickelt, die Tourenbeschreibung erstellt, die Tour auf Strava und Komoot eingestellt und die Buchung der Quartiere bzw. deren Suche abgewickelt.
Da ich vorzugsweise extrem lange Touren mache, ist die Energieversorgung ein spannender Punkt. Denn man belastet durch den vielen Zugriff natürlich den Akku stark. Hier greife ich zur Sicherheit immer auf eine Powerbank zurück, damit man notfalls Nachladen kann.
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Kompaktkamera: Fujifilm X70
Wenn ich mir mehr Zeit nehmen kann (und will), dann nutze ich auf der Tour meine Fujifilm X70. Hier limitiere ich mich zwar auf eine Festbrennweite, kann dafür aber wirklich alles, wie Blende, Zeit und ISO-Wert, nach meinen Wünschen einstellen. Und die Kamera besteht aus einem ausgesprochen wertigen Material und hat eine faszinierende Haptik.
Die besondere Stimmung, die Fujifilm mit ihren verschiedenen Bildstilen aus ihren Kameras herausholt, ist bemerkenswert. Hier scheiden sich aber durchaus die Geister – die einen mögen den Stil, die anderen nicht. Nun, da dies meine Seite ist – ich mags sie 🙂
Leider ist die Kamera nicht mehr lieferbar, aber Fujifilm bietet erstklassige Alternativen (zu einem durchaus saftigen Preis), wie die schicke Kompaktkamera Fujifilm X100VI (bei Amazon ansehen*). Und wer mit Fujifilm wirklich gar nichts anzufangen weiß, der sollte sich einmal die Ricoh GR IV (bei Amazon ansehen*)anschauen – sie hat tolle Eigenschaften und ist sehr trikottaschentauglich kompakt.
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Transport der Kamera auf dem Rad
Beides, sowohl Smartphone als auch Fujifilm X70 passen gut in die hintere Trikottasche, sodass man gut, auch während der Fahrt, ein paar Aufnahmen machen kann. Natürlich bringt die X70 deutlich mehr Masse mit, aber das ist für mich kein K.O.-Kriterium. Mein Experiment, die Kamera in einer Food-Pouch mitzuführen, taugt zwar für Gravelbike-, aber nicht für Mountainbike-Touren.
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Alternative Ausrüstung (GoPro, Drohne, 360°)
Fotos sind ja was Tolles, aber Bewegtbilder machen auch gewaltig was her. Hier ist die Nacharbeit in meinen Augen aber deutlich größer. Videos aus Drohnen, von Action Cams oder 360°-Kameras sind gewaltig und bieten tolle Perspektiven und Spielereien. Ich durfte einmal damit spielen. Und ja, das ist schon genial und bietet großartiges Material, aber der Arbeitsaufwand ist für mich einfach gigantisch. Daher überlasse ich diese Art der Aufnahmen gern anderen 🙂
Was sehr cool ist, sind schöne Timelapse-Aufnahmen vom Sonnenuntergang oder ein faszinierender Sternenhimmel an der Hütte. Die laufen oft automatisiert ab und erschaffen beeindruckende Erinnerungen. Viele Geräte bieten diese Art der Aufnahmen. Auch hier muss ich gestehen – das ist mir zu viel Aufwand und überlasse das Spielfeld ebenfalls gern anderen.
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Mein Workflow: Von der Aufnahme zum fertigen Bild
Der Blick in den Rückspiegel der Zeit zeigt mir, dass ich bereits viele verschiedene Workflows auf meinen Touren versucht habe. Stand jetzt bin ich mit meiner aktuellen Lösung, die mit ganz einfachen Mitteln umsetzbar ist, sehr zufrieden. Denn die Technik hat sich da sehr zum Vorteil des Nutzers, also uns Bikern, weiterentwickelt.
Auf Tour: Vorsortieren & Lightroom Mobile
Ist das Foto erst einmal geschossen und in der “Fotorolle” gespeichert, sortiere ich in der Fotos-App grob vor. Alles was verwackelt, misslungen und hässlich ist, marschiert sofort in den Papierkorb. Danach wird die Lightroom-App geöffnet und die Fotos importiert. Je nach Gusto, nehme ich hier noch einmal eine kurze Bewertung der Fotos vor.
In der Regel suche ich mir aber die stärksten Fotos raus und bearbeite sie schonend nach. Hier komme ich mit den Einstellungen, die mir die Lightroom-App bietet, super klar. Und auch das Spielen mit den Presets macht oft Spaß, da sie einige Abläufe stark vereinfachen und die Kreativität fördern.
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Backup unterwegs (iCloud + Adobe Cloud)
Hat man dann WiFi-Zugriff werden die Fotos automatisch in die Adobe-Cloud hochgeladen. Natürlich kann man auch direkt über die mobilen Daten hochladen – das entscheide ich situationsabhängig. Parallel erfolgt die Sicherung der Originalfotos in das iCloud-Backup. Damit sind die Fotos nun an drei verschiedenen Orten gelandet und kein Wasserschaden oder Diebstahl nimmt mir diese Bilder.
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Daheim: Auswahl, Bearbeitung & Archivierung
Daheim lade ich die Fotos via Lightroom Classic direkt auf meinen Rechner (vierte Kopie). Am großen Monitor kann ich nun besser die Spreu vom Weizen trennen. Wichtig ist mir, dass ich die Menge der Fotos wirklich drastisch reduziere. Es dürfen nur die besten Fotos am Ende übrig sein. Die landen dann in einem eigenen “Rohdaten”-Ordner. Und dann wird noch einmal kritisch drübergeschaut und nur die allerbesten Fotos werden nachbearbeitet und landen in den übergeordneten Ordner. Das sind dann die Fotos, die ich weiterverwende. Ob nun beim gemeinsamen Urlaubsrückblick mit der Familie oder auf diesem Blog hier.
Ganz am Ende werden die finalen Fotos auf mein NAS kopiert und ich lösche die Fotos aus der Adobe-Cloud. Halbjährlich wird die iCloud ebenfalls um die Fotos bereinigt. So existieren am Ende nur noch die lokalen, aber mit einer Backup-Strategie gesicherten, Fotos.
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Das klingt alles ziemlich verzwickt, ist es aber letztendlich nicht. Und wirklich wichtig ist mir, die Fotomenge immer auf das absolute Minimum zu reduzieren. Denn niemand will wirklich 500 Fotos mit dir zusammen ansehen. Denn die emotionale Bindung, die Du zu den einzelnen Fotos hast, hat dein Gegenüber nunmal nicht.
Fotos drucken – Kalender, Bücher & mehr
Fotos auf dem Bildschirm sind schön – Fotos in der Hand sind besser. Seit einigen Jahren lasse ich nach jeder größeren Tour einen Kalender oder ein Fotobuch drucken. Das klingt nach Aufwand, ist aber mit der richtigen Software erstaunlich schnell erledigt. Und ein gedrucktes Buch blättert man auch Jahre später noch gern durch – deutlich lieber als einen Ordner auf der Festplatte zu öffnen.
Mein Anbieter der Wahl ist Saal Digital. Die Druckqualität ist hervorragend – Farben, Schärfe und Papier überzeugen mich jedes Mal aufs Neue und die hauseigene Software ist intuitiv und bietet mir genug Gestaltungsspielraum ohne zuviel Schnickschnack. Die Lieferung geht dann ratz fatz und die Produkte sind immer sehr wertig uns sicher verpackt.
Günstig ist Saal Digital nicht – das muss ich ehrlich sein. Aber wer einmal ein Fotobuch von dort in der Hand hatte, versteht mich. Für mich ist das die schönste Art, eine Tour abzuschließen: Die besten 30–40 Fotos in ein Buch packen, vielleicht ein paar Zeilen dazu schreiben, und fertig ist die Erinnerung zum Anfassen. Macht sich übrigens auch hervorragend als Weihnachtsgeschenk für die Mitfahrer 🙂
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Bessere Fotos auf Tour – Tipps zur Motivwahl
Nimm dir Zeit – bewusst anhalten
Kurz: Nimm Dir Zeit!
Der größte Feind guter Fotos auf einer Radtour ist das eigene Tempo. Man ist im Flow, die Beine laufen, die Gruppe fährt voraus – und das grandiose Panorama rauscht im Augenwinkel vorbei. Gerade auf Abfahrten hab ich oft keine Lust anzuhalten, sondern ich will die Fahrt und das Gefühl genießen. Im Nachgang ärgere ich mich dann manchmal. Manchmal aber auch nicht, denn ich genieße ja den Moment!
Wenn Du aber ein schickes Foto möchtest, dann heißt es: Bewusst anhalten. Rad abstellen, durchatmen, umschauen. Die dreißig Sekunden, die das kostet, machen den Unterschied zwischen einem verwackelten Schnappschuss aus der Hüfte und einem Foto, das man sich auch in drei Jahren noch gern anschaut.
Ich habe mir angewöhnt, gerade an markanten Punkten mir die Zeit für zwei bis drei bewusste Fotos einzuhalten. Meist am höchsten Punkt, an einem besonderen Aussichtspunkt oder in Kirchen, Sehenswürdigkeiten oder bei einer Pause. Der Rest passiert spontan, wenn mich etwas anspringt.
Licht nutzen – die goldene Stunde ist dein Freund
Das beste Motiv sieht bei grellem Mittagslicht flach und langweilig aus. Dieselbe Szene in der ersten oder letzten Stunde des Tages – warmes Licht, lange Schatten, dramatische Stimmung. Auf einer Mehrtagestour hat man den Vorteil, dass man morgens früh losfährt und abends spät ankommt. Genau diese Randzeiten liefern das schönste Licht. Natürlich ist das ein Zusammenspiel zwischen Etappenverlauf und der Zeit, aber mache dir das bewusst und geh vielleicht am Abend noch einmal bewusst vor die Hüttentür und bestaune die Bergwelt.
Auch Wolken sind ein Geschenk. Eine Wolkendecke mit einzelnen Lichtdurchbrüchen erzeugt Dramatik, die kein Instagram-Filter der Welt nachbauen kann. Und Schäfchenwolken sind am Himmel nicht zu toppen. Ohne sie sieht alles einfach nur langweilig aus. Also nicht ärgern, wenn der Himmel bedeckt ist – sondern das Licht beobachten und den richtigen Moment abpassen.
Perspektive wechseln – nicht immer nur das Rad von hinten
Wir alle kennen das Foto: Rad von hinten, Weg davor, Berge im Hintergrund. Schön – beim ersten Mal. Beim fünfzigsten Mal etwas eintönig. Ein paar einfache Tricks bringen Abwechslung:
- Tiefer gehen: Kamera auf Bodenhöhe, Rad im Vordergrund, Berg dahinter – erzeugt Tiefe und Dramatik. Stell gern mal das Smartphone auf den Kopf. Schon ist man dem Erdboden unglaublich nah und erzeugt eine geradezu unwirkliche Perspektive.
- Hochformat nutzen: Gerade bei steilen Anstiegen oder hohen Felswänden wirkt Hochformat oft besser. Oft ärgert man sich, dass die Fotos die Steilheit des Geländes nicht richtig rüberbringen. Bewege und neige die Kamera und teste die Wirkung auf das Bild.
- Details statt Totale: Die verschwitzte Hand am Lenker, die staubige Kette, der Schatten auf dem Trail – solche Bilder erzählen Geschichten. Ich nutze auch sehr gern Blattwerk von Bäumen oder Blümchen am Boden als Bildzusatz. Schwups, schon ist die Langeweile im Bild verschwunden.
- Gegenlicht wagen: Die Silhouette des Radfahrers oder der Kirche gegen die Abendsonne ist eines meiner Lieblingsmotive. Beim Weitwinkel muss man nur darauf achten, dass die Sonne nicht zum Ei verkommt.
Menschen & Details – nicht nur Panoramen
Panoramen sind toll, keine Frage. Aber die Bilder, die man sich Jahre später am liebsten anschaut, zeigen oft Menschen – also uns. Der Tourenpartner beim konzentrierten Blick auf den Trail, das erleichterte Grinsen am Gipfelkreuz, die müden Gesichter beim Abendessen auf der Hütte oder einfach nur maximales Geblödel, weil’s einfach Spaß macht.
Auch ein paar Detailaufnahmen: Der dampfende Kaffee am Morgen, das vollgepackte Rad vor der Hüttenwand, die Karte auf dem Tisch mit Kaffeefleck. Diese Bilder machen das Fotoalbum lebendig. Oft sind mir wirklich erst im Nachgang diese Bilder aufgefallen und dann auch markant hängengeblieben. Also habt Mut und spielt rum und schon bald merkt man, was neu ist und einem so gefällt, dass man damit weiter macht.
Weniger ist mehr – lieber 5 gute als 50 mittelmäßige
Dieser Tipp klingt langweilig, ist aber vielleicht der wichtigste. In der digitalen Welt kostet ein Foto nichts – und genau das verleitet dazu, hundertfach abzudrücken. Man verschiebt die Entscheidung “Ist das ein gutes Bild?” auf später. Und später hat man dann nach einer Tourwoche 400 Fotos auf dem Telefon und keine Lust, sie zu sortieren. Es sind halt einfach zu viele.
Daher fotografiert bewusst. Klar, manchmal bietet es sich an mehrere Aufnahmen zu machen, gerade wenn man mit der Perspektive spielt, um dann später auszuwählen. Aber nicht einfach losballern und knipsen. Denn knipsen ist der Feind eines schönen stimmigen Bilds. Und seien wir ehrlich – die fünf wirklich guten Fotos vom Tag erzählen die Geschichte besser als fünfzig mittelmäßige.
Fazit
Fotografieren auf Tour muss nicht kompliziert sein. Ein Smartphone reicht heute für großartige Bilder – wer mehr will, packt eine kleine Kompaktkamera dazu. Wichtiger als die Ausrüstung ist ohnehin das Auge: Bewusst anhalten, Licht beobachten, Perspektive wechseln und sich trauen, auch mal den Tourenpartner statt nur die Berge abzulichten.
Beim Workflow gilt für mich: Unterwegs aussortieren, in Lightroom nachbearbeiten, automatisch in die Cloud sichern. Daheim dann radikal reduzieren – bis nur noch die Bilder übrig sind, die wirklich eine Geschichte erzählen. Denn am Ende will ich keine Festplatte voller Dateien, sondern ein paar Dutzend Fotos pro Tour, die beim Anschauen sofort die Erinnerungen zurückbringen.
Und der vielleicht wichtigste Rat: Das Fotografieren darf nie zum Stress werden. Wir sind auf dem Rad, um die Tour zu genießen – nicht um ein Fotoshooting abzuarbeiten. Wenn das Licht stimmt und der Moment passt, Kamera raus. Wenn nicht, einfach weiterfahren und den Augenblick mit den eigenen Augen genießen. Die besten Erinnerungen stecken sowieso im Kopf 🙂
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