Am Anfang der Saison in den Süden auf eine Insel zu fahren, das hat sich mittlerweile als äußerst verlockend herausgestellt. Diesmal sollte Napoleons Geburtsort und die schönste Insel Frankreis dran glauben: Korsika. Dabei lernten wir absolut nette Einheimische kennen (wieso sagen alle das Franzosen so unhöflich sein sollen?), hatten wunderbare Panoramen, einheimische Speisen, viele Dornen und auch jede Menge Schnee. Die Tour ist nur recht hartgesottenen Bikern zu empfehlen – zu oft muss man mit Stacheln, der Hitze und dem Rad auf dem Rücken kämpfen. Als Übernachtungsorte versuchten wir in den Gite d’Etappes zu schlafen. Hier wird man für einen angemessenen Preis bei Halbpension mit traditioneller Küche und einem Lagerplatz versorgt.
Länge: 619,06 km
Höhe: 13.047 hm
Etappen: 9
Etappe 1: von Bastia nach Ponte Leccia
Daten:
58,77 km 19,5 km/h 2:57:39 h 51,2 km/h 436 hmOrte:
Bastia (20) – San Pancraziu – Ia Canonica Cath. – Corse – Barchetta (95) – Ponte Leccia (193)
Um nach Korsika zu kommen entschieden wir uns auf dem Landweg unser Glück zu versuchen. So fuhren wir also mit dem Auto bis ins italienische Livorno und setzten dann mit der Fähre über. Die Überfahrt dauerte stinklangweilige vier Stunden, zum Glück gabs aber noch italienischen Capuccino an Bord. Ich weiß im übrigen nicht was schlimmer ist: italienisches Fernsehen mit oder ohne Ton – egal.
Ab Bastia ging es nach einem wunderbaren Hochstart 😉 auf der brutal befahrenen N193 gen Süden, aber zum Glück konnten wir nach bereits sechs Kilometern von ihr abbiegen. Wir nahmen die Landzunge direkt am Mittelmeer am Strand entlang. Versüßt wurde uns der Einstieg in die Inselwelt durch starken Gegenwind mit leichtem Sprühregen. So hatten wir uns das hier aber nicht vorgestellt!
Ab dem Flughafen ging es dann aber zum Glück wieder mit dem Wind, da wir hier nach Westen abbogen. Die Strecke ab Corse geht stetig bergan, was nicht heißen soll das es nicht zwischendurch andauernd auch bergab ging. In Barchetta nahmen wir ersten Kontakt mit den Inselbewohnern auf. In einem kleinen hübschen Cafe lernten wir die ersten französischen Worte (eau de vie) und machten ein wenig Siesta beim kleinen Kaffee (und Schnaps). Die restliche Strecke nach Leccia ging dann umso leichter vorbei.
Die erste Etappe war somit am Ende schwerer als erwartet (durch den Wind), aber dadurch konnten wir uns schön warm fahren. Am Abend in der Pizzaria lugten dann die ersten großen Berge um die Ecke.


Etappe 2: von Ponte Leccia nach Olmi Capella
Daten:
80,76 km 13,8 km/h 6:20:13 h 47,2 km/h 1732 hmOrte:
Ponte Leccia (193) – Moltifao – Bocca Capanna (844) – Olmi Capella (800) – Foret Domaninte de Tartagine – Melaja (750) – vor Bocca di Tartagine (1250) – Olmi Capella (800)
Der Tag begann glücklicherweise schön sonnig und so fielen uns die ersten Höhenmeter bis zur verfallenen Kirche San Francesco recht leicht. Im Hintergrund bäumten sich bereits die gewaltigen (schneebedeckten) Berge auf und so geht es nach einer kurzen Abfahrt wieder stetig bergan. Immer wieder blies uns der kalte Wind ins Gesicht, aber die Höhenmeter purzelten leicht bei der Asphaltstraße. Hinter Olmi Capella machten wir in einem hübschen Auberge de la Tornadia Siesta und gönnten uns einen einheimischen Salat mit Feigen (trocken, aber lecker).
Im bald folgenden Foret Tartagine sieht man das erste mal die Narben, welche das Feuer oft in Korsika zurück lässt. Schön war es hier trotzdem, zumal wir endlich Schotter unter die Reifen bekamen. Nach einer langen Auffahrt bis ca. 1300 m, begannen dann leider die ersten Schneefelder. Zuerst fanden wir durch den Schnee keinen Weg und so versuchten wir es querfeldein, aber es war nichts zu machen. Kalte nasse Füße und die Zeit drängten uns zu einer Entscheidung. Entweder über den Pass frei Schnauze oder abbrechen. Wir entschieden uns für das einzig richtige – Rückzug.
Bloß ganz so einfach wollten wir uns das dann doch auch nicht machen: Nachdem wir zurück auf unseren alten Weg waren, ließen wir die Räder liegen und erkundeten zu Fuß die Gegend, um am nächsten Tag den Pass zu fahren. Nach langem Suchen fanden wir in der Tat ein paar Wegmarkierungen – mitten in einem Flüßchen (Foto). Durch die Schneeschmelze war der, scheinbar ohnehin schwer begehbare Weg, voll mit Wasser.
Gut das wir den Weg fanden, hier brauchten wir keinen zweiten Anlauf versuchen. Schweren Herzens flogen wir nun all das wieder runter, was wir vor einer scheinbar halben Ewigkeit uns hochgekämpft hatten. Dabei wurde durch die sehr tief stehende Sonne der Wald scheinbar wieder in Flammen gehüllt – herrlich. Quartier fanden wir mit Not, neben dem Auberge vom Mittag in einem Hotel.


Etappe 3: von Olmi Capella zum Forsthaus Bonifatu
Daten:
65,57 km 15,8 km/h 4:08:28 h 61,8 km/h 1016 hmOrte:
Olmi Capella (800) – Bocca di a Battaglia (1099) – Spelancato – Muro (361) – Montemaggiore – Calenzana – Im Tal beim Figare Ila (112) – Forsthaus Bonifatu (536)
Es galt nun den Pass, der uns kapitulieren ließ, geschickt zu umgehen. Wir fanden dazu eine nördliche Route. Nach 300 hm warmfahren erreichten wir einen Pass, von dem aus wir einen absolut überwältigenden Panoramablick auf die gesamte Nordküste von Korsika hatten. Erst mit einem kräftigen Ruck konnten wir uns von dem Anblick losreißen und flogen nun die Serpentinen hinab ins Tal. Wir schwenkten hinter Speloncato auf eine der hiesigen Weinstraßen und diese schlängelte sich nun ewig am Berghang entlang.
In Muro machten wir sehr zeitig Mittag – der Zwieback vom Frühstück war scheinbar in 3 Sekunden verdaut. Und so konnten wir den Blick weiterhin zur Küste schweifen lassen. Die restliche Strecke ging kaum hoch und runter und so hatten wir scheinbar mit der Wegwahl ein glückliches Händchen gehabt. Unglaublich schöne Dörfer, mit kleinen verträumten Marktplätzen und Kirchen, machten die Fahrt zu einer Genusstour.
Nach einer finalen Abfahrt ging es dann zum Abschluss ca. 400 hm hinauf zum Forsthaus Bonifato, wo wir in schöner Stille im Lager zum endlich bezahlbaren Preis mit Halbpension nächtigen konnten. Das Essen war im übrigen dermaßen reichlich (man kann halt nicht aufhören alles in sich reinzustopfen), das wir zu später Stunde noch einen Verdauungsspaziergang in die Richtung unternahmen, aus der wir am Vortag hätten kommen sollen.


Etappe 4: vom Forsthaus Bonifatu nach Sierra
Daten:
37,1 km 7,0 km/h 6:20:54 h 36,0 km/h 1405 hmOrte:
Forsthaus Bonifato (536) – Bocca di Bonassa (1145) – Fango-Bach (93) – Bocca di Melza (773) – Sierra (70)
Dank dem guten Tipp der Jungs von nobrakes.de finden wir schnell den Wanderweg bei 510 m (in der MB falsch bei 410 m). Der Anstieg darf komplett geschoben werden, was uns aber durch den Schatten und die noch frische Kraft nichts ausmacht. Die Abfahrt wird ja als Traumtrail angepriesen – so ganz sicher bin ich mir da nicht. Die Fahrt geht zwar bergab, wird aber manchmal mit Zwischenanstiegen gespickt und die dornigen Büsche greifen ständig nach einem. Schier endlos geht es hinab ins Fango-Tal. Die letzte Meter werden dabei sehr rau, aber machen mir fast am meisten Spaß.
Im Tal, am Pont de Tuvarelli-Chiorna, lassen wir uns im Gite d’Etappe eine Pizza kommen und genießen den beruhigenden Ausblick zum Bach. Tja, eigentlich könnte man hier wunderbar Feierabend machen, aber es ist erst 14.00 Uhr und so wollen wir noch die nächste kurze Etappe fahren. Dabei waren die ersten Meter super – ein schöner Schotterweg zieht sich 200 hm ins Tal hinauf. Und dann beginnt der Scheiß: ein Schieben und Tragen quer durch ganze Gestrüppfelder mit Stacheln ohne Ende nerven bis zum Umfallen.
In der Höhe von 585 m trafen wir dann auf einen anderen Wanderweg, welcher zum Glück kräftig ausgeästet war. So konnten wir die letzten Meter zum Pass wenigstens fahren. Oben mussten wir erstmal einen Schlauch wechseln – satte acht Stacheln holten wir aus einem Mantel heraus. Mein Hinterrad hatte zwar auch ein paar drin, aber die Luft hielt erstaunlicherweise. Das Vorderrad beherbergte fünf Stacheln, aber ließ nur leicht Luft – für die Abfahrt ausreichend.
Aber was schreib ich von Abfahrt? Die Kotze von Stachelweg und verbockten, von störrischem hölzernen Gestrüpp überwucherten Weg, mußten wir wieder erst ewig schieben. Arme und Beine wurden an unzähligen Stellen malträtiert – furchtbar! Wer vorhat den Korsika-Cross auch einmal zu fahren, ich rate Jedem den Alternativvorschlag der MB befolgen! Dieser zweite Pass ist für die Katz bzw. den Arsch! In Sierra ist i. ü. das Gite d’Etappe sehr zu empfehlen – sehr sauber und klasse Essen.


Etappe 5: von Sierra nach Marignana
Daten:
40,25 km 7,3 km/h 5:34:26 h 47,8 km/h 1854 hmOrte:
Sierra (70) – Bocca a u Verghiolu (915) – P. de Verghe (706) – Bocca di Cuccavera (1475) – Bocca a u Saltu (1391) – Evisa (870) – Marignana (700)
Leider hatte am Morgen die Einkaufsmeile des Ortes geschlossen und so sollten wir den Tag nur mit Cornys verbringen. Der erste Anstieg ist zu Beginn fahrbar – später wäre das aber nur noch mit Topkondition und ohne Gepäck möglich. Naja, die paar Meter konnte man nun auch noch schieben.
Der Schotter wechselte am Bocca a u Verghiolu zu einem einwandfreien Waldweg und so gings erst hinab und dann durch einen wunderschönen Wald mit monströs großen Bäumen bergan. Am Ende des Weges muss man dann tatsächlich, wie in der Beschreibung steht, weglos südöstlich/südlich querfeldein gehen und wie von Geisterhand kamen wir tatsächlich direkt bei einem Steinmann heraus.
Der Weg dahin war steil und durch den lockeren Waldboden recht beschwerlich. Nachdem wir nun auf dem richtigen Steig waren, wurde der Anstieg noch schwerer. Zum Teil mussten wir die Räder durch Schneefelder tragen. Auf dem Pass angekommen, wurden wir von hunderten, wenn nicht gar tausenden kleinen Krokussen begrüßt. Wir konnten nicht umhin hier etwas länger zu verweilen und den Ausblick auf die mächtigen Felsen zu genießen und dieses Korsika einfach mal genießen.
Nach 200 hm Abfahrt, auf von querliegenden Bäumen versperrten Wegen, ging es einfach fahrbar wieder durch einen herrlichen Wald nach oben. Der Bocca a u Saltu überrascht mit einem grandiosen Ausblick ins Tal – wunderbar. Die restlichen Meter nach Marignana gehen leicht von der Hand und wurden uns durch eine kleine Kaffeepause versüßt.


Etappe 6: von Marignana nach Ajaccio
Daten:
104,29 km 16,5 km/h 6:21:21 h 74,0 km/h 1755 hmOrte:
Marignana (700) – Col de Sevi (1101) – Murzo (300) – Bocca di Vergio (700) – Pont de azzana (255) – Bocca di Tartavellu (885) – Vero (~500) – N193 – Ajaccio (20)
Nachdem wir dem Wirt wieder sämtliches Brot & Baguette weggefuttert hatten, fuhren wir, wohl wissend das der Tag lang werden würde, ganz gemächlich auf zu unserem ersten Pass. Kein Auto störte und so blieben nur die Schweine, welche aber auch nur faul herumlagen.
Die folgende Abfahrt mit Traumkulisse, nahmen wir mit Highspeed bis kurz vor Murzo, von wo aus man auf eine herrliche Panoramastraße abbiegt. Endlos schlängelt man sich durch die Berge und versucht die Mächtigkeit der Berge zu begreifen. In den folgenden Dörfern bekamen wir leider nichts zu essen und langsam schwand uns daher die Hoffnung vor dem nächsten Pass noch was zu bekommen. Als wir den Cruzini-Fluss überquerten sahen wir aber eine alte Werbetafel die nach essen aussah und tatsächlich hatte sie nicht gelogen. Nach langen 100 hm in sengender Hitze erreichten wir die Wirtschaft und es gab eine Monsterportion Spaghetti vom Feinsten. Wie müssen wir bloß ausgesehen haben, dass die gute Frau uns dermaßen auftischte?
Nach über einer Stunde Siesta brachen wir zum restlichen Aufstieg zum Tartavellu auf. Dank schattenspendender Bäume ging das besser als erwartet. Die Abfahrt verging hingegen leider wie im Fluge und so mussten wir schon bald auf die hiesige Bundesstraße nach Ajaccio. Laut, voller Abgase und viel zu viele Leute – so präsentierte sich uns diese städtische Perle von Korsika. Dank der Touri-Info bekamen wir bald ein günstiges tolles Raucher-Hotelzimmer und konnten so dem Trubel in den 5. Stock entweichen.


Etappe 7: von Ajaccio nach Zicavo
Daten:
81,67 km 13,3 km/h 6:12:10 h 57,8 km/h 1944 hmOrte:
Ajaccio (20) – Bocca de Mercuju (716) – Ponte de Zipitoli (631) – Pont de Bronco (921) – Bocca di I’Arusula (1206) – Frasseto – Vergaju (485) – Zicavo (740)
Wir waren verdammt froh den Molloch Ajaccio am nächsten Morgen verlassen zu können. Auf der Schnellstraße ging es mit viel Verkehr und jeder Menge Abgase hinaus. Kaum von der Hauptstraße herunter Richtung Tolla-Stausee wurde es viel ruhiger – dafür nahm die Hitze ordentlich zu. So kämpften wir uns bergwärts und waren froh zwischendrin das widerliche Ajaccio-Leitungswasser gegen ordentliches Quellwasser austauschen zu können.
Nachdem wir bei einem witzigen Mittagsmahl mit grandiosen Seeblick fertig waren, ging es um den Lac de Tolla. Hier fraßen wir schließlich auf der Schotterstraße im Val d’Ese mächtig Staub. Wir hatten uns bereits am Vorabend entschieden den Tag, entgegen der Tourenbeschreibung der MB bei der am Ende viel Schieben und Tragen anstand, abzuwandeln. Da wir ja Helden sind, können wir im Nachhinein uns nur auf die Schulter klopfen und sagen: Gut gemacht!
Den Übergang über den Bocca di I’Arusula muss ich jeden ans Herz legen. Denn in einer halben Stunde leichten Schiebens – ohne kratzende Sträucher – waren wir oben (zusammen mit einer Horde Schweine). Die restlichen 30 km vergingen schnell, abgesehen von den letzten 250 hm am Ende hinein nach Zicavo.
Dem Gite d’Etappe muss ich ein besonderes Bienchen vergeben, denn eine ganz nette Gastgeberin servierte köstliches ursprüngliches korsisches Essen und das Zimmer war auch eines der schönsten auf ganz Korsika.


Etappe 8: von Zicavo zum Col de Bevella
Daten:
60,91 km 10,9 km/h 5:33:36 h 59,7 km/h 1562 hmOrte:
Zicavo (740) – San Petru (1350) – Plateau du Coscione (1602) – Quenza (~800) – Zonza (780) – Col de Bavella (1218)
So wie der Abend endete begann der Morgen – mit köstlichem Essen: ein Frühstück mit sechs verschiedenen Konfitüren. Somit verging die Asphaltauffahrt bis 1066m echt leicht, nur das die Mumu langsam anfing ordentlich zu glühen. Die folgenden Höhenmeter galt es auf Schotter zu absolvieren, was durchaus wieder Spaß machte. Leider war oben die Kapelle San Petru verschlossen. Also ging es gut fahrbar weiter.
Alsbald hatte sich das aber erledigt – Schneefelder machten sich wieder breit und aus gelegentlichen Schieben wurden immer längere Passagen. Hinzu kamen dann gleich zwei Platten, vorn wie hinten. Wir fanden insgesamt satte sechs Löcher in den Schläuchen, die uns die Dornen da hinterlassen hatten. Nach langem Geflicke – man muss die kleinen Löcher erstmal finden – kamen wir zu einem wunderschönen Hochplateau. Man wusste kaum ob man in Island, Grönland oder tatsächlich auf Korsika war – fantastisch.
Nach einer rasanten Abfahrt erhofften wir in Quenza etwas Futter zu bekommen, aber Pustekuchen. So flogen wir förmlich nach Zonza um endlich ein Sandwich mit lecker korsischem Käse zu essen. Die darauf folgende Auffahrt zum Col de Bavella mussten wir dann bei sengender Hitze in Angriff nehmen, was echt nervig war. Oben wurden wir mit einem Wahnsinnsblick in ein Felsmassiv belohnt. Irgendwie hatte das alles eine starke Ähnlichkeit mit der Brenta 🙂 Quartier und das teuerste Stück Kuchen der Welt fanden wir nicht im Gite d’Etappe direkt am Pass, sondern ein paar Meter weiter tiefer im Tal.


Etappe 9: vom Col de Bavella nach Bonifacio
Daten:
91,34 km 14,2 km/h 6:27:54 h 57,7 km/h 1343 hmOrte:
Col de Bavella (1218) – Bocca d’Illarata (991) – Bocca di Barocaggio (969) – Carbini (~550) – Col de Bacinu (809) – Bitalza (~1050) – Vacca – Figari (80) – Bocca d’Arbia (127) – Bonifacio (0)
Da wir Angst hatten das sich die Kilometer an diesem Tag ordentlich in die Länge ziehen und das Wetter recht heiß werden könnte, machten wir uns so zeitig wie selten auf den Weg. Los ging es bei wunderbar niedrig stehender Morgensonne am Massiv des Col de Bavella entlang – mit beeindruckenden Schattierungen. Die Abfahrt wechselte bald auf einen wunderschönen Schotter/Waldweg und der Tag machte daher so richtig Spaß.
Der erste Pass war dann schnell gemacht und nach dem Bocca di Barocaggio durften wir wiedermal zwei Löcher suchen und flicken. Es wurde immer wärmer, sodass der Col de Bacinu schon mit ordentlich viel Schweiß verbunden war. Noch mehr Mühe bekamen wir mit dem nächsten Anstieg zur Bergerie Bitalza. Elendig heiß und auf Schotter schlängelt sich der Weg 500 hm empor. Mächtig hungrig und nur noch mit zwei Corny-Riegeln ausgestattet, stehen wir oben vor einem prächtigen Panorama mit weitem Blick bis nach Sardinien. Wie der Zufall nun mal so will machen auf dem Pass gerade fünf Franzosen älteren Kalibers Mittag und wer glaubts? Die Fünf laden uns tatsächlich herzlich ein. Wunderbare Eigenkost und sogar Wasser und Kaffee werden uns gereicht – was für eine Gastfreundschaft!
Im Nachhinein weiß ich nicht, wie wir den Tag ohne dem Essen geschafft hätten. Der Abstieg war dann echt beschwerlich. Eineinhalb Stunden geht es steil bergab, bei sengender Sonne. Die restliche Strecke nach Bonifacio legten wir über Figari, wo wir uns in einem Laden mit neuem Essen versahen, zurück. Hinter dem Ort machten wir noch eine kleine Pause ( während das Thermometer in der Sonne stolze 44 °C zeigte). Schließlich standen wir glücklich am Meer und hatten es geschafft.
Umso schwerer fanden wir ein bezahlbares Zimmer. Die Tourist-Info ist voll fürn Arsch – nicht einmal ein Telefon nennen die ihr Eigen. Wir fanden später eine echt üble Absteige – brrr. Da wir aber noch einen Tag in Bonifacio blieben, wechselten wir am nächsten Tag schnell ins Hotel Les Entrangers, welches am Nachmittag schon wieder ausgebucht war.
Unser Fazit zu Korsika? Eine Mountainbike-Perle im Mittelmeer ist es – da muss man unbedingt hin. Allerdings sollte man auch nicht gerade aus Zucker sein.


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