Dies ist die Fortsetzung der Beschreibung von Sierra Nevada – Teil 1.

Etappe 5

Daten:
32,2 km   7,4 km/h   4:21:51 h   33,7 km/h   1863 hm

Orte:
Granada – La Zubia – Sierra Nevada

Übernachtung:
über Airbnb >> booking.com*

Wir frühstückten wieder bei dem Bäcker des Vortags bei uns um die Ecke, direkt auf der Straße. An diesem Morgen waren wir erst echt spät auf die Beine gekommen. Durch ein Straßenzickzack führte uns das Navi kreuzdaquer zum Ortsausgang. Es folgte eine gut besuchte Nebenstraße, d. h. scheinbar führten die Herren am 1. Mai die Dame seiner Wahl auf kleinen und hässlichen Straßen mal aus. Durch einen wunderbaren Pinienwald ging es dann einen Berg hinauf. Nach 500 Höhenmetern gab es eine kleine Cola-Pause und dann ging es auf einer hübschen Schotterstraße bei sehr angenehmer Steigung weiter. So hätte man ewig spulen können und ich dachte schon, dass wir heute mal zeitig Feierabend machen könnten, so schnell wie wir vorwärts kamen.

Aber da hatten wir wohl die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der Pfad, der uns von der Schotterstraße wegführte, entpuppte sich als echter Killer. Dorniges Gestrüpp und stachelige Büsche zerkratzten uns ordentlich und an fahren war nur echt selten zu denken. Es war ein wahrlicher Dreckspfad! Bei der Hitze gönnten wir uns später als Beinschutz die langen Beinlinge – so war das wenigstens von dem Gekratze her ertragbar.

Nach einem absolut zähen vorwärts geschleppe, erreichten wir den Zielort. Optisch, der absolute Auswurf, welcher hier das Wintersport-Mekka darstellte. Nahezu alles war zu und verrammelt und hinterließ keinen guten Eindruck. Wir deckten uns im Supermarkt, oder besser Minimarkt, mit Nachrungsmitteln ein und machten uns in einer Privatwohnung ein paar Nudeln. Dazu gabs das ein oder andere Bier und die Blockbuster Austin Powers und Kill Bill 2 aus dem DVD-Regal des Besitzers. Der gelieferte Sonnenuntergang war an diesem Abend phänomenal.

auf dem furchtbar dornigen Übergang
auf dem furchtbar dornigen Übergang
Abendstimmung
Abendstimmung

Etappe 6

Daten:
68,5 km   9,3 km/h   7:19:44 h   63,4 km/h   1655 hm

Orte:
Sierra Nevada – Nähe Veleta – Trevelez – Orgiva

Übernachtung:
Hotel Taray Botanico >> booking.com*

Die Königsetappe der Tour stand für heute auf dem Programm. Daher klingelte der Wecker recht früh und wir machten uns bei frischen 3°C auf den Weg. Auf einsamer Straße ging es bei angenehmer Steigung hinauf zum höchsten Punkt der Tour. Ab 2900 m begann dann etwas Schnee, aber alles blieb bis ca. 3100 m weiterhin fahrbar. Ein Bagger versuchte noch eifrig den Weg für uns vom Schnee zu befreien, aber da war in der kurzen Zeit bis wir da waren nicht mehr viel zu machen. Der Blick auf das Skigebiet und die Observatorien und all die schneebedeckten Berge waren herrlich und die Ruhe war zum genießen.

Bis zur Passhöhe war das auch alles ganz toll. Dann begann aber leider ein Höhenweg, der mit dem Schnee irgendwie ein enge Liebelei hatte. Und so schoben wir über drei Stunden lang (gerade mal ca. 10 km) durch eine fantastische Landschaft, waren aber dann mit der Zeit echt genervt davon, dass es nicht so recht vorwärts ging. Irgendwann hatten wir es dann natürlich doch geschafft und es folgte ein zwickeliger, mit vielen Kehren versehener Weg hinab nach Trevelez. Das ging schon ganz gut da runter.

In dem Ort wurde erstmal Futter ranbesorgt. In einer kleinen Taverne gab es lecker Fisch und die Beine konnten mal ausgestreckt werden. Es war mittlerweile immerhin schon 16 Uhr – hach, tat das gut. Mit frischer Energie versehen ging es dann vlt. 10 km auf einer kleinen Straße entlang eines Canons, immer entlang einer Höhenlinie. Später wechselten wir auf eine Schotterstraße mit traumhafter Kulisse. In vielen Kehren ging es hinab ins Tal, wobei ich mich zur allgemeinen Unterhaltung in einem Abflug übte… Aber auch so mussten wir zum Genießen mal anhalten und die Blicke schweifen lassen. Im Tal waren dann noch ein paar Überführungskilometer zurückzulegen. Dann gab es ein hübsches Hotel mit Halbpension.

erstaunlich lange konnte man fahren
erstaunlich lange konnte man fahren
eine grandiose Abfahrt folgte
eine grandiose Abfahrt folgte

Etappe 7

Daten:
58,3 km   14,2 km/h   4:06:59 h   54,9 km/h   1396 hm

Orte:
Orgiva – Lujar – La Garnatilla – Motril

Übernachtung:
Malaga: Hotel Sur Málaga >> booking.com*

Schade, dass nun schon der letzte Etappentag anstand. Aber es lockte heute das blaue Meer. Auf einer sehr angenehm ansteigenden einsamen Straße schlängelte sich der Anstieg ca. 800 Höhenmeter bergauf. Der Hintern wurde uns dabei aber immmer breiter und platter (Autsch!). Die Abfahrt erfolgte zur Hälfte auf Asphalt, um dann auf einen Schotter-Wirtschaftsweg abzubiegen. Als wir gegen späten Vormittag Lujar erreichten, brannte uns die Sonne bereits gewaltig auf den Schädel und so rückten wir auf ein Kaltgetränk in einer kleinen Bar ein. Die Dorfgemeinschaft bereitete währenddessen in einem riesigen Tiegel, na ich schätze mal Paella, zu. Wahrscheinlich gab es schon bald ein ordentliches Dorffest – hmm, das wär es doch gewesen…

Hinter dem Dorf ging es auf einem kleinen Pfad durch völlig niedergebrannte Wälder. Das war schon tüchtig gespenstisch zwischen den schwarzen Baumstängeln. Auf der Passhöhe angekommen, vertilgten wir noch einen Snack um uns in die finale Abfahrt Richtung Meer zu stürzen. Dabei kamen wir irgendwann auch durch landwirtschaftliche Vororte, was wirklich keine Schönheiten und Touristenattraktionen waren.

In Motril ging es aber direkt zum Strand, welchen wir zu der Jahreszeit vollkommen für uns allein hatten. Also ab in die Wellen und ordentlich geplanscht. Danach schauten wir uns noch etwas in Motril um und versorgten uns dann mit einem Bus, welcher uns zurück nach Malaga brachte. Das klappte alles wunderbar. Und so konnten wir am Abend noch das wunderbare mediterane Flair in Malaga für Sigtseeing nutzen. Am nächsten Tag ging es dann zurück in die Heimat.

vom Feuer gezeichneter Wald
vom Feuer gezeichneter Wald
geschafft ... Finish im Meer
geschafft … Finish im Meer

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