Dies ist die Fortsetzung der Beschreibung von Zypern – Teil 1.

Etappe 4

Daten:
106,81 km   15,7 km/h   6:47:49 h   61,9 km/h   1940 hm

Orte:
Pano Platres (1140) – Prodromos – Mylikouri – Kykkos (1100) – Stavros tis Psokas – Lysos – Polis (0)

Übernachtung:
Natura Beach Hotel And Villas >> booking.com*

Sepps Gastkommentar:

Da heute die längste Etappe anstand, galt es wieder zeitig aus den Federn zu kommen. Mit unserer Wunsch-Frühstückszeit von 7 Uhr haben wir uns zwar auch hier keine Freunde gemacht, aber immerhin kam man uns entgegen. Der Energiegehalt reichte zwar nur bis die Treppe hoch, aber der Magen war erstmal damit beschäftigt das herauszufinden.

Es sollte heute gleich bergab gehen… entgegen dem Höhenprofil, aber freuen wir uns mal auf eine Tour die hauptsächlich bergabrollen verspricht. Das mit dem „erst mal abwärts“ fuhr sich merkwürdig schwergängig und auch der Höhenmesser wollte das Spiel nicht mitspielen – die Gewissheit stellte sich ein – das Höhenprofil stimmte und das mit der Abfahrt – naja, sprechen wir nicht drüber, es sollen ja nur 1000 Höhenmeter werden.

Der Weg führt heute hauptsächlich über Straße. Aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens machbar und so kommen wir ganz gut vorwärts, zumindest gefühlt. Der Tourenbeschreibung können wir heute leider nicht trauen und auch die Positionen, wo die Orte im Profil eingezeichnet sind, hat wohl jemand eher geschätzt. Hervorzuheben ist auf jeden Fall das Flusstal bevor der Anstieg zum Kykkos-Kloster beginnt. Wir nutzten den malerischen Streckenabschnitt zum Aufbessern der Kenntnisse und Fähigkeiten zur Behebung eines Plattfußes. Letztlich galt es auf ca. 600 Höhenmeter runter bis der Anstieg kommt. Zunächst auf Piste, ab Milokouri Straße bis 1100 hm.

Kurz Mittag, ist hier das reinste Touri-Mekka. Zum Stavros geht es kurz bergab und dann folgt man ewig einen leichten Anstieg bis ca. 1200 m und erst nach den ersten Abfahrtskilometern kommt Stavros. Kurz unterhalb beginnt auch gleich der Einstieg in eine wunderbare Abfahrt auf ruppiger Piste. Neben tausenden Steinbrocken warf sich als Highlight ein Mufflonskelett mitten in den Weg. Aber auch dies konnte uns nicht stoppen. Ich rechnete bei der ruppigen Piste jeden Moment mit dem völligen Totalzusammenbruch meines bereits zwei Speichen weniger zählenden Hinterrads, aber dem werden wohl nur sinnlose Teerauffahrten gefährlich.

Nach der Abfahrt geht es in einem traumhaften Tal ca. 150 Höhenmeter bergan, dann auf der Straße bis Polis. Den Sonnenuntergang haben wir leider knapp verpasst, also Lampen raus und auf den kleinen kurvigen Straßen durch die Nacht bis Polis jagen. Na wenigstens das Natura Beach Hotel gibt es wirklich hier und so lassen wir den Abend ausklingen.

Farbenexplosion
Farbenexplosion
im einsamen Nirgendwo
im einsamen Nirgendwo

Etappe 5

Daten:
99,34 km   18,1 km/h   5:29:05 h   61,7 km/h   1043 hm

Orte:
Polis (0) – Bad der Aphrodite – Lakamas Halbinsel – Agios Georgios (20) – Paphos (10) – Pissouri (230)

Übernachtung:
Pissouriana Apartments >> booking.com*

Heute erwarteten wir einen entspannenden Tag auf Küstenwegen und -straßen entlang des Mittelmeers. Das Wetter war uns auch hold und so rollten wir gemütlich erst einmal entspannt zum sogenannten Bad der Aphrodite. Das sich die Gute damals in so eine Ecke auf der Insel zurückgezogen haben soll, mag man kaum glauben, wenn man im Vergleich dazu die schönen blauen Buchten am Meer sieht. Naja, vielleicht war sie ja salzwasserscheu.

Wir fuhren noch etwas weiter in die Lahama-Halbinsel hinein. Erst entlang der Küste, dann einmal quer und steil auf die andere Seite hinüber. Was nun kam erinnerte an den Knüppelsteig. Ein ewig langer Rüttelpistenweg führte uns bis Agios Georgios. So recht einordnen konnten wir die Strecke nicht. Einerseits war es recht idyllisch, andererseits wurde man halt elendig durchgeschüttelt. In Agios Georgios endet die beschriebene Tour, aber wir wollten ja noch zurück nach Lanarca.

Wir nahmen die Küstenstraße und flogen mit Rückenwind bis nach Paphos. Ein wildes wirres Treiben erwartete uns da – wir waren froh als wir wieder raus waren. So sausten wir entlang der Küste mit einer ordentlichen Brise im Rücken dahin. Der ein oder andere Höhenmeter gesellte sich noch dazu. Waren wir am Morgen noch beim Bad der Aphrodite, so kamen wir nun zum Geburtsort von selbiger. Durch die tief stehende Sonne erleuchtete alles in herrlichen Farben – es war eine tolle Stimmung. Zum Feierabend fuhren wir hinauf nach Pissouri – Ort hübsch, Quartier ein Flopp. Und die eine erlegte Kakerlake, war entweder die letzte ihrer Art im Zimmer oder aber die andern hatten dann einfach Schiss.

glasklarer Meerblick auf der Lakamas-Halbinsel
glasklarer Meerblick auf der Lakamas-Halbinsel
am Geburtsort der Aphrodite
am Geburtsort der Aphrodite

Etappe 6

Daten:
111,8 km   21,3 km/h   5:14:27 h   62,7 km/h   575 hm

Orte:
Pissouri (230) – Lemessos (10) – Zygi – Larnaca (10)

Übernachtung:
Amorgos Boutique Hotel >> booking.com*

Ein Frühstück wurde uns von Seiten der Quartiersleitung nicht bereitet und so improvisieren wir uns zwei Teller mit Nudeln und Zucker bei Sonnenaufgang. Wir hofften, dass die kleinere Küstenstraße recht ruhig am Meer bis Larnaca entlang verläuft, da nur wenige Meter daneben eine Autobahn verlief. Und so starteten wir recht entspannt in den Tag. Wir kamen an einigen künstlichen Kolonistensiedlungen vorbei und auch ein klassisches oder besser antikes Stadion, das Kourio Stadion, konnten wir besichtigen.

Danach tauchten wir in eine große Ebene ab. Der Verkehr verdichtete sich und alles wurde lauter und hektischer – wir näherten uns Lemessos/Limassol. Wir ließen ein ganz paar Euro in einer herrlichen riesigen Bäckerei und verdrückten dann die Leckereien auf der Strandpromenade. Die Stadt zu verlassen erschien einem nahezu unmöglich. Über etliche Kilometer ziehen sich hier die Hotelketten und alles was damit zusammenhängt. Gefallen hat mir das Ganze beim besten Willen nicht. Und auch das ewige Radeln auf der Straße war nicht wirklich meins. Der Popo tat immer mehr drücken und das Ende schien kaum näher zu kommen.

Wenige Kilometer hinter Mari genehmigten wir uns zum Zeitvertreib noch einen kleinen Kaffee. Wir verließen die B1 Richtung Meer und nun wurde es doch noch einmal etwas gemütlicher. Die Verlockung des glasklaren (Mittelmeer-)Wassers konnte ich nicht lange widerstehen und so hopste ich mal eben rein. Es war einfach nur wunderbar! So erfrischt konnte es weiter gehen. Und da wir doch langsam ordentlichen Kohldampf hatten, ließen wir uns von einer Camelparkreklame zur Einkehr verleiten. Bis Larnaca war es dann nur noch ein Katzensprung.

Eine tolle Tour ging zu Ende, auch wenn ich gestehen muss, dass die letzten eineinhalb Tage eigentlich nicht der Weisheit letzter Schuss waren. Man hätte vermutlich besser noch einen Tag länger im Gebirge verbringen und den Rückweg dann entweder mit dem Bus oder einem Taxi zurücklegen sollen.

auf der Promenade von Lemessos
auf der Promenade von Lemessos
Zielparty
Zielparty

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