Eine spontane Runde führte uns als Familientour einmal rund um den Bodensee. Der Bodensee-Radweg ist mit jeder Art von Rad ausgezeichnet zu fahren und war mit vier Tagen genau passend für unseren Kurztrip aufgeteilt. So blieb ausreichend Zeit, die zahlreichen schicken Städte zu erkunden. Außerdem hat uns das mediterrane Flair und die frisch erblühende Landschaft super gut gefallen.
Länge: 289,01 km Höhe: 1.673 hm Etappen: 4 Jahr: 2026
Manchmal läuft alles anders als man plant. Da wollten wir eigentlich Ostern im schönen Hamburg verbringen und dann sagt der Wetterbericht eine weniger schöne Wetterlage voraus. Und ja, genau am anderen südlichen Ende der Republik sollte es geradezu perfekt werden. Also fix gesucht und fündig geworden, beim Bodensee-Radweg. Die Route war recht schnell in Komoot zusammengeklickt und dann mussten noch kurzfristig passende Quartiere gefunden werden… das war wiederum nicht ganz so einfach, einen Tag vor den Osterfeiertagen.
Also los – auf nach Lindau! Und schon fanden wir uns in im Hafen der schönen Altstadt zwischen dem Löwen und dem Leuchtturm wieder. Beim Tourstart fielen zwar noch ein paar zarte Tröpfchen vom Himmel, aber schon bald konnten wir die Regenjacken einpacken. Wir hatten daher trotz der Feiertage den Radweg erst einmal komplett für uns allein – auch nicht schlecht.
Schon bald darauf fanden wir uns in Friedrichshafen wieder, bestiegen den Aussichtsturm im Hafen und genossen den weiten Blick auf und über den Bodensee und die herrlich weißen Alpen im Hintergrund. Anschließend fuhren wir auf gemütlichen kleinen Straßen von Ortschaft zu Ortschaft bis nach Meersburg. Hier war dann schon deutlich mehr Trubel. Die Altstadt, mit der schicken Burg über der Stadt, war jedenfalls ganz hübsch anzuschauen.
Zwischen Pfahlbauten und Affen
Und nur wenige Meter später konnten wir einen Blick auf die historischen Pfahlbauten der Stein- und Bronzezeit in Unteruhldingen werfen. Wir besichtigten sie aber nicht eingehend, sondern hatten uns als Erkundungsziel den Affenberg Salem herausgesucht. Und der war echt genial. Man konnte direkt zwischen den Affen durch den Park schreiten und den Gesellen beim Spielen, beim Lausen oder beim Essen zuschauen. Ein echt besonderes Erlebnis, was ich in der Art noch nie erlebt habe.
In Überlingen gönnten wir uns ein zeitiges Abendbrot, da es in unserem Etappenort Nesselwangen wohl nichts geben sollte. Und so genossen wir die Pizza und Pasta im mediterranen Flair neben Palmen…
Nach Nesselwangen mussten wir dann noch einmal einen Anstieg hinaufspulen. Das war nicht sonderlich schlimm. Ganz im Gegenteil, denn wir bekamen so noch einmal die Möglichkeit einen weiten Blick über den Bodensee in der abendlichen Sonne zu werfen.
Etappe 2: von Nesselwangen nach Radolfzell am Bodensee
Daten: 71,65 km 4:20:02 h 16,5 km/h 35,3 km/h 598 hm
Orte: Nesselwangen – Ludwigshafen am Bodensee – Stahringen – Litzelstetten – Konstanz – Radolfzell am Bodensee
Übernachtung: Hotel Zur Schmiede
Ostereiersuche mit grandiosem Seeblick
Der Ostersonntag begann mit einem absoluten Hammer-Ausblick auf den Bodensee. Nein, hier mussten wir nach nur drei Kilometern Fahrt die erste Rast einlegen. In traumhafter Stille lag uns der See zu Füßen, während am Himmel ein Milan kreiste. Ein paar Bänke standen genau richtig, damit wir loslassen und genießen konnten. Auch bot sich in dieser Traumkulisse eine kleine Ostereiersuche an.
Wenig später erreichten wir den westlichen Zipfel des nördlichen Teils des Bodensees bei Ludwigshafen. Für ein paar Kilometer mussten wir nun Abstand vom Bodensee nehmen, denn man umfährt auf dem Bodensee-Radweg ein kleineres Gebirge bis man bei Dingelsdorf selbigen wieder erreicht. Ein ganz paar Höhenmeter sammelt man trotzdem dabei ein. Und wir waren auch nicht böse, die recht laute Landstraße, neben der der Radweg verlief, zu verlassen.
Ein kühles Blondes bei Pavel Pipovič
Bei der Insel Mainau war erwartungsgemäß die Hölle los. Ein fürchterliches Gewusel ließ uns ganz schnell die Flucht ergreifen. Der Küstenweg war geprägt von einem permanenten Auf und ab. Hier sammelten wir einen Stich nach dem anderen, was in Summe schon ganz schön in die Beine ging. Bei der Ruppaners Brauerei ließen wir daher erstmal Fünfe grade sein und gönnten uns ein kühles Blondes im herrlichen Ostersonnenschein bei Pavel Pipovič.
Kurz hinter Staad erreichten wir den Lorettowald und das wunderschöne Strandbad. Ein paar Minuten verweilten wir auch hier. Konstanz hingegen, kreuzten wir auf einem schnurgeraden Radweg und sahen von der Stadt nahezu nichts. Nicht schlimm, denn wir kommen ja schon bald wieder 🙂
Kurz vor Allensbach gönnten wir uns an einem Zeltplatz noch ein Eis und einen Kaffee. Die Betreiberin hinterließ dabei keinen guten Eindruck… “Milch zum Kaffee? Können Sie sich drinne selber holen…”. Der Nachbartisch wollte Ketchup zu den Pommes – “kannste drinnen holen”…
Nungut, umso schöner war dann das Quartier in Radolfzell. Und auch die ganze Stadt war super niedlich und entdeckenswert.
Etappe 3: von Radolfzell am Bodensee nach Konstanz
Daten: 54,57 km 3:18:48 h 16,5 km/h 34,3 km/h 322 hm
Orte: Radolfzell am Bodensee – Horn – Wangen – Stein am Rhein – Steckborn – Konstanz
Übernachtung: Hotel Ibis Budget
Prächtige Fassaden & Spaghetti-Eis in Stein am Rhein
Nach einem fulminanten Frühstück stand heute ein sehr gemütlicher Tag auf dem Programm. Wieder lag der See in aller Stille vor uns und der Himmel erstrahlte in bestem Blau. Den Radweg hatten wir für uns allein und so rollten wir gemütlich entlang des Ufers bis nach Wangen. Hier stand noch ein Nachbau eines Pfahlbaus am Ufer inkl. zweier Baumstammkäne.
Einen Moment später betraten wir dann Schweizer Boden und noch einen Moment später erstaunten wir vor den prächtigen Bauten in der Ortschaft Stein am Rhein. Zahlreiche Malereien waren hier an den Fassaden angebracht und viele Details galt es zu entdecken. Wir stellten die Räder etwas abseits ab und erkundeten das Örtchen zu Fuß nach Strich und Faden.
Und ganz wichtig: es gab eine ordentliche Portion Spaghetti-Eis. Und das in dieser Traumkulisse 🙂
Klosterinsel Werd und Abendspaziergang durch Konstanz
Nach diesem Gelage besuchten wir noch die kleine Insel Werd, auf der ein Franziskanerkloster steht, welches noch ein paar Mönche beherbergt. Von der Brücke hat man einen schönen Blick zurück auf Stein am Rhein, aber auch in die Gegenrichtung. Und unter einem strömt dabei der Rhein.
Im folgenden muss man leider öfter auf der Straße fahren. Leider, da es auch hier ein ganz paar Experten gab, die recht wenig von Abstand halten hielten. Das war bei der sonst recht leeren Straße doch irgendwie arg bescheuert. Es gab bis Konstanz aber dann auch noch ausreichend Passagen auf dem Radweg, sodass man das Ärgernis schon bald wieder aus dem Kopf hatte.
Konstanz besichtigten wir nach dem Check-in noch einmal ordentlich – vor allem den schicken Münster – und ließen den Abend gemütlich an der Rheinpromenade ausklingen.
Gänzlich unauffällig überquert man in Konstanz die Grenze zur Schweiz und nun ging es am südlichen Bodenseeufer Richtung Osten – mit dem Tages- und Tourziel Lindau. Den Aussichtsturm am Ausgang konnten wir leider nicht besteigen, da er abgesperrt war.
Über viele Kilometer ging es entlang der Gleise Richtung Romanshorn. Wie oft wir dabei mal über und mal unter den Gleisen die Seiten wechselte, ist eine echt spannende Frage. Es war jedenfalls eine beachtliche Zahl. Und so verging die Strecke wie im Fluge. Romanshorn hatte einen sehr hübschen Hafen. Und im Hintergrund erhoben sich mal wieder die schönen weiß schimmernden Alpenberge.
Wir folgten weiter den Gleisen und schwups, trafen wir in Arbon ein. Echt süß hier! Die Häuser waren ein Träumchen… und so verweilten wir etwas in der Sonne und genoßen einen leckeren Kaffee.
Durch das Rheindelta zum Kaiserschmarrn
Schon bald danach erreichten wir die Grenze zu Österreich und damit das Rheindelta. Der Abschnitt am alten Rhein war wieder sehr idyllisch. Und in dem Delta hatten wir das Gefühl auf E-Bikes zu sitzen. Genüsslich spulten wir einen Kilometer nach dem anderen ab, ohne das wir groß Kraft investieren mussten.
In Bregenz hatten wir nahezu das Tagesziel erreicht. Und da ich einen mächtigen Appetit auf Kaiserschmarrn hatte, kehrten wir noch einmal ein und gönnten uns eine Portion. Und was für ein mächtiger Teller da verdrückt werden musste. Bis zum Anschlag vollbeladen erreichten wir nach nur wenigen Kilometern unser Ziel in Lindau.
Das war eine richtig hübsche Tour, die wir da auf dem Bodensee-Radweg abgefahren waren. Das Wetter war perfekt, es war noch nicht alles überlaufen und die zahlreichen erblühenden Bäume und Sträucher ließen echte Frühlingsgefühle aufkommen. Prädikat: Ausgezeichnet!
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