Anreise & Transport – so komme ich mit dem Rad zum Startpunkt

Die Tour beginnt bekanntlich mit der Anreise. Bevor die erste Pedalumdrehung in den Bergen kommt, musst du mit dem Rad irgendwie zum Startpunkt – und am Ende der Tour wieder zurück. Klingt irgendwie logisch oder?

Über die Jahre habe ich so ziemlich jede Variante ausprobiert: Auto mit Dachträger, Heckträger an der Anhängerkupplung, Räder im Innenraum, die klassische Bahn, das Flugzeug mit Pappkarton und auch den Flixbus quer durch Europa.

Hier findest du nun meine Erfahrungen mit allen möglichen Transportmöglichkeiten. Ob nun mit dem Mountainbike zur Transalp, mit dem Gravelbike nach Paris oder mit dem Stadtrad im ICE 🙂

Mit dem Auto

Das Auto ist nach wie vor die flexibelste Variante – vor allem wenn man in Gruppe fährt und die Räder samt Gepäck ohne Umsteigen direkt zum Startpunkt bringen will. Die Frage ist nur: Wie kommen die Räder ans oder ins Auto?

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Dachträger vs. Heckträger vs. Innenraum

KriteriumDachträgerHeckträger (AHK)Innenraum
Max. Räder43 (+1 mit Erweiterung)2 (bei umgeklappter Bank)
Aufwand MontageHoch (Räder hochheben)Mittel (einhängen)Gering (reinlegen)
FahrstabilitätSpürbar bei SeitenwindKaum EinschränkungKeine Einschränkung
DiebstahlschutzMäßig (Schloss am Träger)Besser (tiefer, abschließbar)Optimal (kaum sichtbar)
SpritverbrauchErhöht (Luftwiderstand)Leicht erhöhtKein Mehrverbrauch
FahrzeughöheAchtung Tiefgaragen & Schranken!Kein ProblemKein Problem
Preis (Träger)200–500 €300–700 €0 € (nur Decke/Schutz)
RadschutzGut (einzeln fixiert)Eng! Schutz zwischen den Rädern nötigDecke als Schutz

Thule Dachträger (viele Jahre)

Über viele Jahre war der Thule Dachträger mein Standard. Die Qualität ist hervorragend und die Haltbarkeit beeindruckend – nach all den Jahren funktioniert das System immer noch einwandfrei. Selbst vier Räder gingen ohne große Probleme aufs Dach, was bei Touren mit Freunden oder der Familie Gold wert war.

Der Nachteil: Der Aufwand ist relativ hoch. Erst muss man den Träger montieren. Das war früher mit der Dachreling am VW Passat relativ schnell gelöst. Aber bei den neuen Modellen, wie unserem Opel mit einer halbintegrierten Reling, wurde es immer hackeliger. Die Räder aufs Dach heben ist nicht gerade die entspannteste Übung, aber noch machbar. Und man muss permanent an die Fahrzeughöhe denken: Tiefgaragen, Parkhaus-Schranken und niedrige Durchfahrten werden plötzlich zum Hindernis. Vor allem nach einer ewig langen Anreise noch an die Dinger auf dem Dach denken… hui, also immer hübsch aufgepasst!

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Thule Heckträger auf AHK (aktuell)

Seitdem wir ein Fahrzeug mit Anhängerkupplung haben, nutze ich den Thule Heckträger – und möchte nicht mehr zurück. Die Thule-Qualität ist wie beim Dachträger erstklassig: Stabil, wertig, durchdacht.

Das System trägt drei Räder problemlos, mit einer Erweiterung auch vier. Allerdings wird es bei vier Rädern sehr eng. Die Räder stehen dicht an dicht und berühren sich hier und da. Ohne Schutz gibt es hässliche Lackschäden. Daher lege ich Heizungsrohrisolierung (die grauen Schaumstoffschläuche aus dem Baumarkt) zwischen die Rahmen und Gabel. Funktioniert perfekt, kostet fast nichts – macht aber Arbeit.

Bei drei Rädern ist alles entspannt. Da ist dann genug Platz und es wird nur wenig Schutz benötigt. Und zwei Räder auf dem Träger sind purer Luxus – da wackelt nichts und man muss sich null Gedanken machen.

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Innenraum – die einfachste Lösung für zwei Räder

Bei nur zwei Rädern mache ich es mir oft ganz einfach: Rückbank umklappen, eine Decke reinlegen und die Räder rein. Da ist kein Träger zu montieren, kein Aufbau, kein Abbau, kein Diebstahlrisiko auf dem Rastplatz.

Ein Putzlappen sollte man aber im Fahrzeug mitführen, sonst ist die Karre schneller verdreckt als man “Dreck” sagen kann 🙂

Parkplatz am Startpunkt

Bei einer Streckentour (Start ≠ Ziel) stellt sich die Frage: Wohin mit dem Auto?

  • Rundtouren vermeiden das Problem komplett – man kommt dorthin zurück, wo man gestartet ist.
  • Kostenpflichtige Parkplätze an Bahnhöfen oder in Orten sind oft die sicherste Option. Eine Woche Parken kostet je nach Ort aber schon eine ordentliche Stange Geld. Diese Option haben wir noch nie genutzt.
  • Kostenlose Parkplätze, wie P+R-Parkplätze am Ortsrand, sind günstiger. Aber man muss damit leben, dass das Auto eine Woche unbeaufsichtigt rumsteht. Wertsachen sollte man daher auf keinen Fall im Fahrzeug lassen.
  • Natürlich kann man sich auch im Wohngebiet abparken. Dann sollte man aber einen Stellplatz finden, der für die Anwohner auch fair ist. In vielen Städten ist die Parkplatzsituation angespannt genug. Wobei man ja selten in einer großen Stadt startet.

Shuttle-Services und Rücktransfer

Nach einer Radtour muss man auch irgendwie wieder zurück zum Auto.

  • Shuttle-Service: In touristischen Alpenregionen bieten lokale Anbieter Radfahrer-Shuttles an. Auf Hauptstrecken, wie von Riva del Garda zurück nach Garmisch, sind die leicht zu finden. Da muss man einfach mal Google anschmeißen.
  • Öffentliche Verkehrsmittel: Zug oder Bus vom Zielort zurück zum Startort. Funktioniert gut auf den Nord-Süd-Achsen in den Alpen und in den meisten Regionen Deutschlands. Die Optionen sollte man bei der Tourenplanung aber bereits durchdenken.
  • Taxi mit Radträger: Teuer, aber flexibel für kurze Distanzen. Und ehrlich, Radträger habe ich hier noch nie gesehen. Wenn, dann erfolgt die Fahrt im Transporter oder man hat die Räder im Karton auf dem Weg zum Flughafen.
  • Geführte Touren: Bei organisierten Touren ist der Rücktransfer meist inklusive. Mehr dazu auf meiner Seite Geführte Touren.

Mit der Bahn

Die Bahn ist die entspannteste Art der Anreise – man sitzt, liest, schaut aus dem Fenster und muss nicht selbst hinterm Steuer sitzen. Aber mit dem Rad im Zug kann es auch stressig werden. Meine Erfahrungen sind da durchaus gemischt.

Fernverkehr (ICE, IC, ÖBB, SBB)

Die Deutsche Bahn bietet in ausgewählten ICE- und IC-Zügen Fahrradstellplätze an. Die Theorie klingt gut – die Praxis sieht leider oft anders aus. Das Problem ist, dass die Radstellplätze im Fernverkehr im Sommer nahezu unmöglich zu reservieren sind, da es schlicht zu wenige gibt. Wer eine Transalp im Juli plant und zwei Wochen vorher buchen will, schaut oft in die Röhre. Die wenigen Stellplätze sind schnell weg – besonders auf den beliebten Strecken Richtung München oder Innsbruck.

Die Kosten sind dabei unschlagbar niedrig. Für einen Radstellplatz im ICE zahlt man um die 9 € (zusätzlich zum Fahrschein). Bei ÖBB und SBB sind es wohl ähnliche Größenordnungen.

Für den Fernverkehr muss man früh buchen oder flexibel bei den Zeiten sein. Wer spontan mit dem Rad in den ICE will, wird sein blaues Wunder erleben.

Nahverkehr (RE, RB) mit Deutschlandticket

Im Regionalverkehr sieht die Welt deutlich besser aus – vor allem in den Nebenzeiten. Ich nutze regelmäßig das Deutschlandticket für die Anreise in Regionalzügen. Das funktioniert hervorragend:

  • Flexibel: Keine Reservierung nötig, einfach einsteigen.
  • Günstig: Mit dem Deutschlandticket für 49 €/Monat (Stand: 2026) sind alle RE und RB inklusive. Nur für das Rad muss man noch einen kleinen Betrag zahlen.
  • Nebenzeiten nutzen: Morgens oder abends sind die Züge leer und die Radmitnahme ist kein Problem.
  • Stoßzeiten meiden: Im Berufsverkehr oder am Freitagnachmittag Richtung Feriengebiete wird es mit Rad im Zug schnell unangenehm voll.

Der Haken ist nur, man kommt nicht so zügig vorwärts und man muss ggf. ständig umsteigen. Das kann dann bei den üblichen Verspätungen recht herausfordernd werden. Daher nutze ich die Bahn meist nur im näheren Umfeld und nicht für Fernreisen.

Tipps aus der Praxis

  • Nimm ein kleines Schloss mit. Wenn der Sitzplatz weit vom Radstellplatz entfernt ist, beruhigt ein kleines Kabelschloss am Rad die Nerven.
  • Bikebag als Alternative. Vorweg, ich habe es noch nie probiert – nur gelesen: In manchen Zügen ohne offiziellen Radstellplatz wird ein verpacktes Rad als Gepäckstück akzeptiert. Eine leichte Radtasche kann hier Türen öffnen – buchstäblich.
  • Frühe Züge: Der erste Zug am Morgen ist fast immer leer. Perfekt für eine stressfreie Anreise mit dem Rad.

👉 Deutsche Bahn – Fahrradmitnahme Infos | Deutschlandticket bei der DB

Mit dem Flugzeug

Für Ziele wie Schottland, Sardinien oder die Sierra Nevada gibt es keine sinnvolle Fahralternative – da muss einfach geflogen werden. Mit etwas Vorbereitung ist die Radmitnahme im Flieger aber unkomplizierter als man denkt.

Fliegen lohnt sich, wenn:

  • Das Ziel mit dem Auto mehr als 12–15 Stunden entfernt ist
  • Kein sinnvoller Landweg existiert (Inseln, Großbritannien)
  • Die Reisezeit begrenzt ist und man keine zwei Tage für die Anfahrt opfern will
  • Günstige Flüge verfügbar sind (oft ab 30–50 € pro Strecke)

Bikebox & Verpackung – der Pappkarton reicht

Ich habe für alle meine Flugreisen mit dem Rad einen ganz normalen Pappkarton aus dem Radgeschäft verwendet. Kostenlos beim Händler abholen, Rad einpacken, fertig. Keine teure EVOC-Tasche, keine Biknd-Box, kein spezielles Case nötig.

Der Karton dient gleichzeitig beim Flug als Koffer. So kann man mit dem normalen Handgepäck unterwegs sein. Man muss nur aufpassen, dass die Handgepäckgröße den Regularien entspricht. Dort kommen dann die Schuhe, der Helm, das Werkzeug (Achtung wegen des Messers) etc. rein. Und den Karton lagern wir dann am Zielort im Hotel ein (Keller, Lager, wo auch immer).

  1. Karton beim Radhändler besorgen (kostenlos)
  2. Lenker quer stellen, Vorderrad ausbauen, Pedale ab, Schaltwerk schützen(!)
  3. Polstern mit Luftpolsterfolie, Heizungsrohrisolierung oder Klamotten
  4. Weitere Teile (Schuhe, Helm, Werkzeug) in den Karton – spart Gewicht im Handgepäck
  5. AirTag in den Karton – für die Ortung am Gepäckband und als Sicherheit bei Verlust
  6. Am Hotel angekommen: Karton im Keller/Garage für den Rückflug lagern (vorher per E-Mail abstimmen!)
  7. Rückflug: Rad wieder verpacken (Klebeband nicht vergessen mitzunehmen), ab zum Flughafen

Die Kosten liegen je nach Airline bei ca. 60–80 € pro Strecke für das Sondergepäck Fahrrad. Bei der Buchung sollte man das direkt mit angeben, denn nachträglich wird es teurer.

Für die Suche nach günstigen Flügen prüfe ich entweder direkt bei den bekannten Airlines oder nutze folgenden Preisvergleich:

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Mit dem Flixbus

Eine Variante, die wenige auf dem Schirm haben: Der Flixbus nimmt auf vielen Strecken Fahrräder mit – hinten auf einem Träger am Bus. Ich habe das auf der Anreise von unserer Paris-Dresden-Tour das erste Mal probiert und es war überraschend unkompliziert.

Meine Erfahrung

  • Buchung: Rad bei der Online-Buchung einfach als Zusatz ankreuzen. Kosten: ca. 10–15 € extra.
  • Verladung: Der Fahrer hilft beim Befestigen auf dem Heckträger. Ging schnell und problemlos. Ich habe das Rad nicht noch einmal zusätzlich abgeschlossen, sondern es hing so hinten am Haken.
  • Kosten: Deutlich günstiger als Bahn oder Flug – für die Strecke Paris-Dresden habe ich einen Bruchteil dessen gezahlt.
  • Nachteil: Der Schlaf im Bus war mies. Nachtfahrten im Sitzbus sind nichts für guten Erholungsschlaf.

Mein Fazit zum Flixbus

Würde ich es wieder nutzen? Ja – bei einer Direktverbindung. Umsteigen mit Rad am Busbahnhof mitten in der Nacht möchte ich mir (vorerst) nicht antun. Aber als günstiger Hin- oder Rücktransport bei einer Strecke mit Direktverbindung ist der Bus echt eine Alternative.

👉 Flixbus Verbindungen suchen | Rad-Mitnahme Infos

Vergleichstabelle: Alle Anreise-Optionen im Überblick

VarianteAufwandFlexibilitätAm besten für
Auto + HeckträgerGeringSehr hochGruppenreisen, flexible Touren
Auto + DachträgerMittel-HochSehr hoch4 Räder, keine AHK vorhanden
InnenraumSehr geringHoch1–2 Räder, kurze Strecken
Bahn (Fernverkehr)MittelGering (Reservierung!)Einzelreisende, Umweltbewusste
Bahn (Nahverkehr + D-Ticket)GeringHoch (Nebenzeiten)Regionale Touren
FlugzeugHoch (Verpackung)MittelFerne Ziele, Inseln
FlixbusGeringMittelBudget, Direktverbindungen

Tipps für die Anreise-Planung

  • Frühzeitig kümmern: Radstellplätze im ICE und Fahrrad-Kontingente bei Airlines sind begrenzt. Je früher, desto besser.
  • Gewicht im Blick: Beim Fliegen zählt jedes Kilo. Nutze den Radkarton mit als Tasche (Werkzeug, Schuhe, Helm).
  • AirTag/SmartTag: In den Radkarton oder die Radtasche legen – beruhigt bei Flugreisen ungemein.
  • Hotel vorab informieren: Bei Flugreisen den Karton im Hotel lagern? Sicherheitshalber vorher per E-Mail abstimmen.
  • Versicherung prüfen: Ist das Rad auf dem Autoträger oder im Flugzeug ausreichend versichert? Hausratversicherung prüfen!
  • Rückreise mitdenken: Berücksichtige bereits bei der Tourenplanung die Rückkehr zum Auto/Flughafen.

Mehr zur gesamten Tourenplanung findest du auf meiner Seite Tourenplanung.

Fazit und Empfehlungen

Die perfekte Anreise gibt es nicht – nur die passende für die jeweilige Tour. Wer flexibel bleiben will und in Gruppe fährt, ist mit dem Auto bestens bedient. Wenn man allein reist und entspannt ankommen will, nimmt man die Bahn. Und wer ans Mittelmeer oder auf eine Insel will, fliegt. Und wer nach einer langen Tour günstig zurück muss, für den ist sogar der Flixbus eine Option.

Mein wichtigster Tipp: Die Anreise ist Teil der Tour – nicht lästige Pflicht davor. Wer sie mitdenkt, plant realistischer und startet entspannter. Und wer sich den ganzen Logistik-Aufwand komplett sparen will: Bei einer geführten Tour ist der Transfer meistens inklusive 🙂

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