Die Dolomiten riefen ganz ganz laut, dass wir bei ihnen mal wieder vorbeischauen sollen. Und dem Ruf mussten wir dann einfach folgen. Im Netz geisterte eine Lagorai Bike Grand Tour herum, mit leichten Abwandlungen durch die Mountainbike. Heraus kam eine tolle Runde, welche wir hinten raus etwas abkürzten, dafür aber die Zeit fanden in Landshut noch eine Tour zu wagen.

Länge: 296,62 km
Höhe: 9.994 hm
Etappen: 5

Etappe 1: von Levico Terme nach Cavalese

Daten:
67,28 km   12,0 km/h   5:37:06 h   63,3 km/h   2573 hm

Orte:
Levico Terme – Palu del Fersina – Passo Palu – Manghenpassstraße – Manghenpass – Cavalese

Start einer neuen Tour – diesmal Richtung südliche Dolomiten. Halt doch nicht – Regenpause. Verzögerter Start. Bringt nichts – den Regen haben wir schnell wieder ein. So sehen wir eben nicht viel – meist graue Suppe. Etwas Radweg am Fluss ließ sich auftreiben, aber ansonsten ging es stetig auf Straße bergan. Der Regen ließ dann zum Glück komplett nach sodass die Fahrt so einigermaßen ging. Sie war nur aufgrund der nassen Sachen recht frisch.

Während der Mittagspause, es gab Massen an Fleisch und Polenta, fing es dann tüchtig an zu schütten. Kurz überlegten wir uns einzuquartieren, aber dann bissen wir die Zähne zusammen und zogen weiter Richtung Pass. Der Schotteruntergrund lief sehr gut und als wenig später sogar zaghaft die Sonne rauskam, machte das alles schon viel mehr Spaß.

Die Abfahrt war dann nicht so der Burner und so schlugen wir recht schnell auf der Maghenpassstraße auf. Die Höhenmeter waren recht zügig vernascht und so gönnten wir uns oben eine Panna Cotta und ein Bier. Dick eingepackt schnickten wir auf Asphalt ins Tal. Nach Cavalese mussten wir dann aber nochmal ein paar Höhenmeter schaffen. Zum Glück fanden wir ein ausgesprochen hübsches Quartier und die Pizza am Abend war auch nicht von schlechten Eltern. Harter Tag, aber aufgrund des hohen Asphaltanteils nicht tragisch.

Startfoto hinab auf den Lagi di Levico
Startfoto mit Blick hinab auf den Lago di Levico
dann kam doch noch die Sonne raus
dann kam doch noch die Sonne raus

Etappe 2: von Cavaleze nach Pozza di Fazza

Daten:
56,06 km   12,4 km/h   4:30:26 h   60,6 km/h   1773 hm

Orte:
Cavalese – Predazzo – Passo Feudo – Obereggen – Karersee – Karerpass – Moena – Pozza di Fassa

Etwas blauer Himmel erwartete uns und so ging es gemütlich auf dem Radweg nach Predazzo. Ab hier ging es furchtbar steil Richtung Feudapass. An der Mittelstation war die Hölle los mit Sommerrodelbahn und Co. Also weiter steilst bergauf. Kein bisschen war da an Fahren zu denken. Selbst das Schieben ging ausgesprochen schwer.

Nach kurzer Abfahrt Einkehr mit lecker Kaiserschmarrn, fing es draußen mal wieder zu regnen an. Zum Glück haben wir das ausgesessen. Also dann schön warm angezogen und bergab gesaust. Ab Obereggen folgten wir einem hübschen Schotterweg bis zum Karersee. Hier erwartete uns ein tolles Spiegelbild von der Latemar bei Sonnenschein und bei Regen. Der Meister machte Druck zum Weiterfahren, aber erst nachdem der Druck bei ihm raus war.

Der folgende erste kurze Stich war gruselig, der Rest zum Karerpass war hübsch gemütlich. Auf der schnellen Abfahrt konnte man es mal ordentlich krachen lassen. Kurz vor Moena gabs in einer hübschen Hütte noch nen Cappuccino und draußen fing es endlich mal wieder zu regnen an. Also rein in die Pelle und Abfahrt nach Moena. Von da ging es bei strömendem Regen nach Pozza di Fassa. Dort kam wenig später die Sonne und der blaue Himmel raus – was für eine Verarsche. Riesen Pizza und Grappa plus Eis am Abend und dann mit vollem Ranzen ab ins Bett.

bei der Steigung fiel selbst das Schieben schwer
bei der Steigung fiel selbst das Schieben schwer
am prachtvollen Karersee
am prachtvollen Karersee

Etappe 3: von Pozza di Fazza nach Moena

Daten:
47,13 km   9,6 km/h   4:53:50 h   50,6 km/h   1992 hm

Orte:
Pozza di Fassa – Sela dal Brunec – Canazei – Rif. Gardecia – Moena

Endlich lachte uns die Sonne am Morgen an. Unsere Wirtin war unglaublich freundlich und wir überlegten gleich noch eine Nacht dort zu bleiben, entschieden uns letztendlich aber dagegen. Nunja, Rampe ahoi. Teilweise war es mal wieder zu steil zum Fahren. In einer Zwischenmalga gab es eine kurze Rast (mit lecker Pana Cotta). Danach war es heftig auf der Skipiste bis zum Pass. Viele Murmeltiere pfiffen uns motivierend zu – herrlich!

Auf dem Pass war der Ausblick überwältigend. Der Blick über Latemar, Marmolada und Sellagruppe war wirklich fantastisch. Nur leider war es dabei furchtbar kalt. Also fuhren wir zügig runter zur Liftstation, futterten etwas und dann ging es brutal steil hinab nach Canazei. Die Bremsen glühten wahrhaft bei diesen Schotterrampen.

Nach ein paar Überführungsradwegmetern ging es erst sehr hübsch, dann steil und am Ende auf einer Skipiste rauf zum Rifugio. Oben gab es eine Hubschrauberbergungsaktion gratis zu sehen. Dann gings auf einem wunderschönen Trail anspruchsvoll hinab ins Tal. Kurz vor Moena regnete es nochmal aus blauen Himmel, dann waren wir nach nem kurzen Pausen-Bier da. Aufgrund eines Ministurzes bergauf schmiss ich eine Runde bitteren Grappa.

von Schafen gesäumte Auffahrt
von Schafen gesäumte Auffahrt
fantastisches Panorama in allen Richtungen
fantastisches Panorama in allen Richtungen

Etappe 4: von Moena nach San Martino di Castrozza

Daten:
37,75 km   10,0 km/h   3:46:53 h   58,5 km/h   1667 hm

Orte:
Moena – Passo di Lusia – Paneveggio – Malga Venegiota – Baita Segantini – Passo Rolle – San Martino di Castrozza

Strahlender Sonnenschein am Morgen, kalte Luft aber auch. Gestartet wurde wieder mit einer ordentlichen Rampe. Nur war diese nach wenigen Metern futsch – Bergsturz. Die Jungs mit der Kettensäge machten uns aber den Weg frei, sodass wir weiter rampen konnten.

An der Liftstation Alpe di Lusia wurde der Zuckerhaushalt mit Cola wieder in Form gebracht. Dann wurden dir Rampen noch fieser. Aber diesmal hab ich mich durchgebissen – auch wenn es echt hart war – das musste einfach mal sein. Der Ausblick war phänomenal, aber aufgrund der Kälte ging es schnell bergab. Auf Schotter vernichteten wir die Meter ratzfatz.

Der folgende Anstieg war recht seicht und ging unglaublich idyllisch am Fluss entlang. Dann kam mir der Weg irgendwie bekannt vor. Und es machte Klick: hier waren wir bei der ViaMigra-Tour lang gekommen. Eine schwer beeindruckende Kulisse bot sich uns da. Kurzer Stopp in der Malga Venegiota zum Mittagessen und dann hieß es genießen satt. Was ein Wahnsinnsblick!

Nach dem Rolle-Pass entdeckten wir einen sehr schnuckeligen Geheimpfad. Leider steckte ich schon bald in einer Monsterpampepfütze mit meinen rechten Fuß fest. Das war echt der Brüller, zumindest für die Bande um mich rum. Na wenigsten blieb der Schuh beim Rausziehen nicht stecken. Der Rest des Weges machte brutal Spaß und wir flogen hinab nach San Martino. Dort gabs frisches Bier während ein fantastisch aussehende Silberspeiche eingezogen wurde…

Waldidyll
Waldidyll
Auffahrt zum Passo Rolle
Auffahrt zum Passo Rolle

Etappe 5: von San Martino di Castrozza nach Levico Terme

Daten:
88,40 km   14,4 km/h   6:08:29 h   84,9 km/h   1989 hm

Orte:
San Martino di Castrozza – Lago di Calaita – Canal San Bovo – Passo 5 Croci – Borgo Valsugana – Lago di Levico

Mit der neuen silbernen Speiche fiel der Start in den Tag besonders fröhlich aus. Gemütlich ging es über Schotterpisten aus San Martino heraus. Auch den Weg bis zum Lago Caleita kannten wir bereits von der ViaMigra-Tour. Etwas Schieben war zwischendurch angesagt, aber ohne zu nerven. Ab dem Lago ging es brutal steil auf Asphalt bergab – ca. 85 km/h standen am Ende auf dem Tacho.

Während der Meister seinen Platten reparierte tranken wir gemütlich einen Cappuccino und Sepp gönnte sich mal wieder eine Panna Cotta. Nach etwas Wegfindungsschwierigkeiten ging es hübsch durch den Wald, um dann schick auf einem Trail ins Tal zu rumpeln. Auf der folgenden Straßenfahrerei wurde der Hintern ordentlich gequetscht. Daher und weil es laut Navi so aussah das nichts mehr kommen sollte, machten wir sehr zeitig eine Nudelpause.

Der Anstieg zum Passo 5 Croci war dann mit unglaublich wenig Anstieg versehen. Und so musste man kaum Kraft aufwenden um hoch zu kommen. Die Wolken ließen wir auch immer links oder rechts liegen und so quatschten wir viel über Technik und Co. Oben angekommen gab es Ruhe pur und satt – herrlich!

Nach wenigen Abfahrtsmetern strandeten wir bereits gegen 15:30 Uhr beim geplanten Etappenziel – einer Malga. So recht wussten wir nicht was nun tun? Beim Cappuccino entschieden wir uns, die Zeit zu nutzen und noch bis Levico Terme zu fahren, zumal das Wetter für den nächsten Tag echt beschissen angesagt war. Die ersten Meter auf dem folgenden Wanderweg waren der Hammer. Technisch sehr anspruchsvoll, manchmal sogar zu schwierig, ging es da hinab. Breites Grinsen inklusive! Auch so fanden wir noch den ein oder anderen schönen Pfad. Entweder dank der eigenen Augen oder dank Garmintechnology.

Dann ging es nach kurzer Eispause kurz und schmerzlos auf dem Radweg bis zum Touren-Zielpunkt: dem See von Levico Terme. Am Abend dann noch super leckere Spaghetti und Grappa als krönender Abschluss. Prima Tour und nix passiert.

Als kleine Zugabe zeigte uns der Meister am nächsten Tag noch seine heimatlichen Trails, über die wir förmlich flogen. Am Abend grillten wir dann gemütlich, vernichteten den ein oder anderen Schnaps und beobachteten das Holzfeuer.

Schiebeeinlage auf dem Weg zum Lago di Calaita
Schiebeeinlage auf dem Weg zum Lago di Calaita
seelenruhige Auffahrt zum Passo 5 Croci
seelenruhige Auffahrt zum Passo 5 Croci

bzw. zur Tourenübersicht | oder zur Startseite