Dies ist die Fortsetzung der Beschreibung der Ötzirunde – Teil 1.

Etappe 4

Daten:
71,25 km   10,4 km/h   6:50:01 h   75,5 km/h   2316 hm

Orte:
Prad am Stilfs. Joch (915) – Stilfserbrücke – Außersulden – Innersulden (1908) – Schaubachhütte (2573) – Madritschjoch (3115) – Zufritt Stausee – Morter (728) – Naturns (526)

Auf den ersten Metern wollten wir eigentlich erstmal die Mumu in Ruhe auf Asphalt warm fahren, aber die Gute glühte bereits nach 5 Metern – Mist! So kamen wir vor uns hin dampfend an die Stilfser Brücke wo wir drei nette Weggefährten trafen die uns dann in ihren eigenen Tempo den ganzen Tag begleiteten. So ging es eine Weile abseits der Straße bis wir auf selbige wieder stießen und nun Kilometer für Kilometer bis nach Sulden spulten. Dort gönnten wir uns alle leckere Hüttenmakkaroni bevor es nun teils schiebend, teils (aber wirklich echt selten) fahrend hinauf zur Schaubachhütte ging. Den harten Aufstieg hatten wir trotz der Jahre noch richtig in Erinnerung und nur unser Stolz ließ uns die Seilbahn meiden. Also das ganze kann man auch viel einfacher haben – aber irgendwie passt uns das nicht in die Vorstellung 🙂 Nach kurzem Zwischen-Cappucino kam der zähe steile, kräftezehrende finale Aufstieg zum Madritschjoch. Eine hierhoch geschleppte Knacker (immerhin ca. 2200hm am Stück) schmeckt im übrigen doppelt so gut. Nachdem alle Fotos geschossen waren kam nach kurzem Abstieg ein Sahnetrail ins Tal. Teils verbockt, aber immer machbar so glitten wir wie wahre Könner auf einer Welle ins Tal. Die ganze Mühe hatte sich allein für diese Abfahrt gelohnt. Dazu noch das grandiose Panorama – perfekt! Die restliche Abfahrt bis ins 20 km entfernte Morter kann ich kaum beschreiben, da man durch die hohe (Durchschnitts)Geschwindigkeit kaum etwas mitbekommt. Nur sehr wenige Male, hauptsächlich in Serpentinen, kommt man dabei unter 40 km/h. Völlig geschafft rollten wir dann noch in den Plantagen durchs Vinschgau bis nach Naturns. Ein echt heftiger Tag war geschafft.

die Schaubachhütte mit Ortlermassiv
die Schaubachhütte mit Ortlermassiv
Madritschjoch, die Zweite
Madritschjoch, die Zweite

Etappe 5

Daten:
31,43 km   5,3 km/h   5:53:11 h   27,4 km/h   2431 hm

Orte:
Naturns (526) – Schloß Juval (910) – Altrateis – Karthaus – Vorderkaser/ Jägerrast (1693) – Eishof (2071) – Eisjöchl (2895) – Stettiner Hütte (2875)

Ein verregneter Morgen strahlte uns nach dem ersten Augenaufschlag entgegen und so war die Motivation augenblicklich im Keller. Nach langem Packen etc. hatten wir tatsächlich so lange getrödelt das es aufgehört hatte zu regnen. So brachen wir also im Trockenen Richtung Schnalstal auf. An dessen Eingang schreckten uns aber auf der neuen Straße 1100 Meter Tunnel ab, auf der alten Straße zig Verbotsschilder. Wir bastelten daher schnell die Strecke über das Jetidomizil Schloß Juval ab und kurbelten bei ca. 99,8 % Luftfeuchtigkeit selbigen entgegen. Auf halber Höhe trauten wir dann unseren Augen kaum – ein Reinhold hinter dem Steuer eines SLK – krass! – der Jeti hatte also immer recht: es gibt tatsächlich einen Reinhold… Ab Juval bogen wir dann auf den Schnalswaalweg ab – ein Traum. Wer in der Gegend ist darf dieses Highlight nicht verpassen. Dann wurde es aber schon bald fad. Kilometerlang schleppten wir uns auf der Hauptstraße ins Schnalstal uns später ins Pfossental. Nach 1200 hm kehrten wir daher erstmal im Vorderkaser zum Mittag ein und 400 hm später auf ein perfektes Stück Marmorkuchen in den Eishof. Wenige Meter kann man dann noch fahren, aber dann ist zick. Bis hierher hat man bereits 1700 hm in den Beinen und da ist man schon fast froh ab hier schieben zu dürfen. Leider hatte sich mitlerweile der Himmel zugezogen und so kamen wir nass, durchgefroren (4°C) und recht kaputt auf dem Eisjöchl und der Stettiner Hütte an. Wenig später schüttete es richtig – Glück gehabt. Einen Gute-Nacht-Schnaps aufs Haus gabs auch 🙂

der verregnete Aufstieg zur Stettiner Hütte
der verregnete Aufstieg zur Stettiner Hütte
späte Mondidylle
späte Mondidylle

Etappe 6

Daten:
66,50 km   11,4 km/h   5:48:05 h   71,8 km/h   1704 hm

Orte:
Stettiner Hütte (2875) – Lazinser Alm (1858) – Pfelders – Innerhütt (1444) – Moos im Passeier (1100) – Rabenstein (1460) – Timmelsjoch (2491) – Untergurgl – Sölden (1368)

Die ultimative Combo überholten wir, trotz eines Vorsprungs von einer halben Stunde, bereits nach 300 Metern. Einer von den Jungs kam uns entgeistert entgegen gelaufen das einem schon bange wurde, der Rest (z.T. nicht mal mit Helm bewaffnet) stand wenig später um ein Radl versammelt herum. Nungut, keiner verletzt und auf Nachfrage keine Hilfe vonnöten – hoffentlich ist das auch so geblieben – was für ein Trupp. Die Abfahrt war trotz der Nässe der echte Hammer. Ewig gleitet man hinab – Kehre für Kehre. Einige Passagen muss man zwar schieben, aber der Rest war ein Traum und so störte uns auch das schlechte Wetter und die damit nicht vorhandene Sicht nicht. Unten erwarteten uns bereits Massen an Bauern und Zuschauern, welche dem jährlichen Almabtrieb und den damit verbundenen Fest entgegen fieberten. Wir flogen an allen vorbei, begleitet mit reichlich Blödsinn an Kommentaren (ahhhhh, die Post kommt!)- Bier gabs halt auch… Nach langer Abfahrt bis Moos setzte endlich der Regen ein. Um den Trubel auf der Timmelsjochstraße zu entgehen wichen wir auf den E5 aus, was durch Bauarbeiten zu Beginn der Strecke echt Kotze war. Der Weg mauserte sich später aber zu einem brauchbaren Weg. Auf 1700 m mündeten wir dann doch auf die große Straße ein. Eigentlich wollten wir schon fast auf dem Reststück Wanderweg nach oben starten, besannen uns dann aber eines besseren und spulten Kilometer für Kilometer hinauf zum Joch. Wir hatten Glück, die Straße war ungewöhnlich schlecht besucht (vlt. wegen dem Wetter). Nach langer Abfahrt erreichten wir dann glücklich Sölden.

Die Tour war top – Traumabfahrten, heftige Anstiege, erstklassige Panoramen und tolles Futter nebst Forstbier.

sensationelle morgendliche Lichtspiele
sensationelle morgendliche Lichtspiele
am wolkenverhangenen Timmelsjoch
am wolkenverhangenen Timmelsjoch

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